Baselworld
Während der Baselworld muss niemand auf der Strasse übernachten

Ob Luxus-Suite oder Mehrbettzimmer im YMCA: In den nächsten Tagen sind die Basler Hotels komplett ausgebucht. Dafür haben Touristen aus aller Welt tief in die Tasche gegriffen.

Pascale Hofmeier
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Ausgebucht: Die Hotels in Basel und Umgebung

Ausgebucht: Die Hotels in Basel und Umgebung

bz Basellandschaftliche Zeitung

Wenn am Donnerstag die Uhrenmesse Baselworld ihre Tore öffnet, dann gibt es in Basel ein rares und darum teures Gut: Hotelzimmer. Von der Suite im «Trois Rois» zum Mehrbettzimmer im YMCA sind sämtliche Hotelzimmer der Stadt ausgebucht. «Für Besucher, die noch kein Zimmer haben, findet man immer eine Lösung», sagt Bernard Keller, Mediensprecher der Baselworld.

Für die Messebesucher richtet die Baselworld jeweils einen Reservationsschalter mit Zugriff auf das zentrale Hotelbuchungssystem der Stadt ein. «Mit grossem Glück findet man doch noch ein Zimmer auf Stadtboden, wenn eine Reservation aufgehoben wird.»

Ist dies nicht der Fall, werden die Gäste an Hotels im Radius von Zürich bis Freiburg im Breisgau oder ins Elsass vermittelt. «Es muss niemand auf der Strasse übernachten», sagt Bernard Keller. Verglichen mit Messen in Megastädten wie Schanghai oder Hongkong entspreche die Anreise aus einer anderen Schweizer Stadt oder aus Freiburg der Anreise aus einem anderen Quartier und sei für viele Besucher oder Anbieter kein Problem.

Hohe Übernachtungspreise

Während der Messe steigen die Preise für eine Nacht in den Hotels an. «Das ist nicht nur während der Baselworld der Fall, sondern auch während anderen Messen», sagt Urs Hitz, Vize-Präsident des Basler Hotelier-Verbands.

Wie viel teurer ein Zimmer ist, das legen die Hotels selber fest. Beispielsweise im Mercure Hotel Europe an der Clarastrasse kostet ein Standard-Einzelzimmer ohne Frühstück normalerweise rund 220 Franken. Während der Baselworld beträgt der Preis inklusive Frühstück 400 bis 500 Franken – also etwa das Doppelte.

Moderater fällt der Preisanstieg in der günstigsten befragten Unterkunft aus, dem YMCA im Gundeli. Dort kostet ein Bett im Achterzimmer während der Uhrenmesse mit 45 Franken etwa 25 Prozent mehr als im Rest des Jahres.

Ombudsstelle kontrolliert

Die Hotels müssen die Preise im Voraus festlegen. «Die Ombudsstelle des Verbands überprüft dann, dass diese Preise eingehalten werden», sagt Urs Hitz. Wie viel mehr die Hotels verlangen dürfen, werde nicht vorgeschrieben.

Die Ombudsstelle, diese existiert seit zehn Jahren und wird von Hitz betreut, richtet während der Messe auch eine 24-Stunden-Hotline ein. «Wir suchen Lösungen, wenn es Probleme mit Gästen oder Hotels gibt.» Letztes Jahr seien beispielsweise Gäste mit Hotel-Reservationen einer inexistenten australischen Firma nach Basel gekommen. «Für diese mussten wir dann eine Unterkunft organisieren.»

Neue Kapazitäten

Aus der Sicht von Basel-Tourismus-Direktor Daniel Egloff präsentiert sich die Hotelsituation während der Baselworld entspannter als vor ein paar Jahren: «Mit den neu eröffneten Hotels gibt es rund ein Drittel mehr Hotelzimmer.» Hinzu komme, dass es immer mehr Bed-and-Breakfast-Angebote gebe.

Wohnung statt Hotel

Als Alternative zum Leben im Hotel wird während der Baselworld die private Unterbringung immer beliebter.

Agenturen wie Basellodging, Vacancyrooms oder der Untermietservice vermitteln Privatwohnungen oder WG-Zimmer. «Die privaten Angebote werden hauptsächlich von Ausstellern genutzt», sagt Daniel Egloff. Diese könnten langfristig planen. Bei den privaten Angeboten gilt wie auch bei den Hotelzimmern das Motto: je näher am Messegelände, desto teurer.

Neben den Vermittlungsagenturen, die nicht nur garantieren, dass eine Wohnung auch tatsächlich existiert, sondern die teilweise auch die Reinigung und den Service mit frischer Wäsche übernehmen, vermieten auch viele Baslerinnen und Basler ihre Wohnungen auf eigene Faust. Und die Preise auf diesem wilden Markt variieren beträchtlich: So kostet ein Wohngemeinschafts-Zimmer im St.Johann 120 Franken, eine Zweizimmer-Wohnung in unmittelbarer Nähe der Messe 2700 Franken.