Zollfreistrasse

Wann fahren Autos über die Zollfreistrasse?

Die Brücke über die Wiese bei Lörrach ist seit 2007 fertig.

Die Brücke über die Wiese bei Lörrach ist seit 2007 fertig.

Riehen will nicht länger auf die Eröffnung der Verbindungsstrasse zwischen Weil und Lörrach warten. Die Zollfreie könnte provisorisch im Frühsommer 2013 für den Verkehr freigegeben werden.

Das Regierungspräsidium Freiburg erwägt, die Zollfreistrasse provisorisch im Frühsommer 2013 in Betrieb zu nehmen - die Strasse verbindet über Riehener Boden Lörrach und Weil am Rhein. Die umstrittenen Anschlüsse der Lörracher Damm- und Hammerstrasse, gleich hinter der Grenze, müssten dafür behelfsmässig erstellt werden - zum Beispiel durch eine Ampelanlage.

Anwohner fordern, beide Strassen durch einen Kreisel mit der Zollfreien zu verbinden und haben den Petitionsausschuss des Landtags Baden-Württemberg angerufen. Bevor dieser entscheidet, und das ist frühestens im kommenden Januar, ruhen die Planungen. Die komplette Fertigstellung der Zollfreistrasse, die ursprünglich für Anfang 2013 geplant war, dürfte sich so um mindestens ein Jahr verschieben (bz vom 6.10.).

Übrige Arbeiten bald fertig

Die Arbeiten am Tunnel wie die Anschlussstelle auf der Weiler Seite werden laut Karl Kleemann, zuständiger Planer des Regierungspräsidiums, das für den Bau verantwortlich ist, bis zum Frühsommer 2013 abgeschlossen sein. «Wir versuchen, die Strasse mit dem Abschluss der Arbeiten provisorisch dem Verkehr zu übergeben», sagt Kleemann.

In Riehen dürfte diese Aussage positiv aufgenommen werden. «Der Gemeinderat hat das Thema Zollfreie letzte Woche diskutiert. Wir warten dringend darauf. Wenn die Eröffnung auf die Zeitachse Frühjahr 2014 oder später verschoben wird, müssen wir die Frage stellen, ob sie nicht provisorisch geöffnet werden kann», erklärt Gemeindepräsident Willi Fischer. «Wenn es schon den Endausbau nicht gibt, ist provisorisch besser als gar nichts», fährt er fort. Der Gemeinderat habe diesbezüglich einen Brief an die Lörracher Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm geschrieben, mit Kopie an Regierungspräsidium und Basler Regierungsrat.

Die vom Kanton geplanten Sanierungen der Lörracher- und Baslerstrasse mit ihren verkehrsberuhigenden Auswirkungen dürften aber erst nach Öffnung der Zollfreien umgesetzt werden, um Ausweichverkehr in den Quartieren zu vermeiden.

Wie die beiden Strassen in Lörrach bei einer provisorischen Eröffnung der Zollfreien vorläufig angebunden werden, könne nur in enger Zusammenarbeit mit Lörrach erfolgen, das dabei «federführend» sei, sagt Karl Kleemann.

Es könnte Einsprachen hageln

Klaus Dullmann, stellvertretender Fachbereichsleiter Strassen, Verkehr, Sicherheit in Lörrach, betont, dass auch bei einem provisorischen Anschluss der Damm- und Hammerstrasse die Themen Verkehrssicherheit und Lärmschutz gelöst werden müssen: «Die Lage der Lärmschutzeinrichtungen richtet sich nach der Form der Kreuzungen», sagt Dullmann. «Wir hätten die Strasse lieber ganz fertig als ein Provisorium. Es braucht nur jemand wieder Einspruch wegen dem Lärmschutz zu erheben. Wenn man ein Problem umgeht, hat man schnell das nächste.»

Dullmann ist sich bewusst, dass Weil am Rhein und auch Riehen möglichst schnell die Inbetriebnahme der Zollfreien möchten. Am 25. Oktober berät Lörrachs Stadtparlament die Lärmschutzfrage. Dullmann ist zudem überzeugt, dass für die Kreisellösung kein neues Verfahren nötig sei. «Die beiden betroffenen Geländeflächen gehören der Stadt Lörrach.» Klaus Kleemann indes geht davon aus, dass die Planänderung nicht vom rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss abgedeckt sei.

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