Weisswein und Fasnacht – das ist ein belastetes Thema. Der Begriff «Fasnachtsweisswein» wurde zu einem Synonym für ein ganzjährig gültiges Prädikat für a) schlechte und b) teure Weine. Viele Fasnächtler haben sich frustriert dem Bier zugewandt. Oder lassen sich den Weissen zu einem «Waggis» aufspritzen.

In den vergangenen 20 Jahren haben aber gerade Schweizer Weine deutliche Fortschritte gemacht. So kann man – theoretisch – von der Hoffnung ausgehen, dass davon auch Fasnächtler profitieren würden.

Das ist teilweise der Fall. Aber eben nur teilweise: Es gibt nach wie vor Weine, die das Prädikat «äxtragruusig» verdienen und die es offenbar nicht einmal in die Essigverwertung geschafft haben. So enttäuschte der Bio-Riesling im Hirscheneck, der Côtes du Rhône im Braunen Mutz und die lauwarme im Plastikbecherchen servierte Pfütze bei den Breo. Man sieht: Auch Cliquen können noch zulegen.

Am anderen Ende liegt ebenfalls eine Clique: die Sans Gêne, deren Wein nicht nur gut, sondern im Vergleich auch unschlagbar günstig ist. Die Bar Consum steht auch ganz weit oben. Als Qualitätssieger geht die Trois-Rois-Bar hervor. Aber man muss ihn trinken, bevor die Rechnung kommt. Diese trübt das Trinkvergnügen. Oder man lässt sich von einem reichen Onkel einladen.

Bei unserer Stichprobe haben wir in einigen bekannten Fasnachtsbeizen und drei Cliquenkellern den jeweils günstigsten Wein im Offenausschank probiert. Die meisten waren Waadtländer. Neben der Qualität spielte das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Stimmung der Lokalität eine Rolle (Gewichtung je 1/3). Die Resultate finden Sie in der bz vom Mittwoch oder können Sie hier downloaden.

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