Stadtentwicklung

Warum die neue Klybeck-Planung im Kleinbasel auf wenig Begeisterung stösst

Das nördliche Kleinbasel ist im Umbruch. Am Mittwoch präsentierte Baudirektor Hans-Peter Wessels die Transformationspläne des Kantons. Diese werden im Quartier verhalten aufgenommen. Bei der Dreirosenanlage wünscht man sich zwar eine baldige Öffnung der Anlage in Richtung Hafen. Doch gerade bezüglich einer baldigen Umsetzung ist Skepsis da. Christian Platz von der Jugendarbeit Basel ist denn auch nur «mittelmässig zuversichtlich».

Am Mittwoch gab der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) den symbolischen Startschuss zur grossen Transformation im nördlichen Kleinbasel. Ein Modell veranschaulicht, wie der neue Stadtteil aussehen soll. Doch wenn man die Perspektive wechselt, scheint das ganze Projekt weit weg zu sein. Christian Platz, Vorstandspräsident der Jugendarbeit Basel (JuAr), ist «mittelmässig zuversichtlich». Auch wenn für ihn feststeht: «Wenn man in soziale Projekte investiert, kauft man sich Sicherheit für den öffentlichen Raum.» Die Dreirosenhalle sei ein gutes Beispiel. Man habe dort, dank der CMS, etwas Grosszügiges hingestellt, «und siehe da: kein Vandalismus». Oftmals würde der Kanton vorsichtig finanzieren und entscheide sich für die kleinere Variante, so Platz.

Die Jugendlichen würden vom Jugendzentrum Dreirosen ins Jugi Eglisee ausweichen, weil jenes bei der Dreirosenanlage so voll sei. «Ich würde es begrüssen, wenn gegen den Hafen hin bald eine Öffnung realisiert würde.» Auch Theres Wernli vom Stadtteilsekretariat Kleinbasel sieht Handlungsbedarf. Unmittelbar. Die Entwicklung des Klybeckareals sei ein langjähriges Projekt. Aber es zeige, dass es durchaus möglich sei, Einfluss zu nehmen: «Ich finde, es ist gut gelungen, die verschiedenen Bedürfnisse einzubringen.» Der Richtplan sei wichtig, weil die Behörden so Einfluss auf die Entwicklung haben. Aber sie hoffe auf eine rasche Öffnung von der Dreirosenanlage in Richtung Hafen. «Aber die Autobahn ist nur einseitig gegen Lärm isoliert. Man müsste schauen, was für Plätze dort geeignet wären. Es ist sehr laut dort.»

Rheinhattan war schon nicht beliebt

Wie die Entwicklungen auf den ehemaligen Arealen der BASF und der Novartis weitergehen, ist dagegen nicht so klar, sagt Wernli. Diese wurden an private Investoren verkauft. Das Klybeckquartier und der Westquai gehören dem Kanton Basel-Stadt.

Die Basta-Politikerin Heidi Mück hat sich im Grossrat gegen das Vorgänger-Projekt Rheinhattan eingesetzt. Den neuen Anlauf kommentiert sie so: «Bei diesem Projekt werden die Strassen bis zum Rhein weitergeführt. Das war bei Rheinhattan nicht der Fall.» Aber ganz so euphorisch sei sie nicht: «Ich weiss nicht, ob man uns jetzt nur ein Zückerli hinwirft. Ob und wann die geplante Grünfläche auf den Bahngleisen kommt, das ist nicht klar. Diese Fläche gehört nicht dem Kanton.» Sie sei zwar bereit, beim Mitwirkungsprozess mitzumachen, sagt aber: «Ich bin ein bisschen misstrauisch.»

Autor

Alain Gfeller

Alain Gfeller

Meistgesehen

Artboard 1