Kommentar

Warum Roche richtig handelt: Der Umgang mit dem Coronavirus muss eine neue Qualität erreichen

Roche forscht – und kämpft auf der Baustelle am Hauptsitz in Basel gegen Coronavirus-Infektionen.

Roche forscht – und kämpft auf der Baustelle am Hauptsitz in Basel gegen Coronavirus-Infektionen.

Roche hat nun also auch seine Coronafälle auf der grössten und teuersten Baustelle der Schweiz. Der Pharma-Multi steht entsprechend unter schärfster Beobachtung von Gewerkschaftern. Nicht von ungefähr: Dass der Bund nur unter drastischen Sicherheitsauflagen weiterarbeiten lässt, ist für die Wirtschaft essenziell, aber angesichts der Pandemie ausserordentlich bemerkenswert.

Doch die Situation ist in höchstem Mass angespannt. Das zeigt die Forderung der Unia, die Roche-Baustellen an der Grenzacherstrasse wegen der positiv getesteten Fälle zu schliessen. Akute Sorge um die eigene Gesundheit herrscht auch unter Bauarbeitern – entsprechend kommt es zu Kurzschlusshandlungen. Je nach handelnder Person oder Gruppierung im Namen der eigenen Angst, im Namen der Popularität oder im Namen der Selbstgerechtigkeit.

Die eigentliche Qualität im Umgang mit Corona ist eine andere. Es geht nicht darum, ob das Virus einen Arbeitsplatz erreicht, sondern darum, was zu tun ist, wenn es so weit ist. Die Phase der Prävention ist schon lange vorbei. Jetzt geht es um maximale Schadensbegrenzung. Dass Roche dabei konsequent vorgeht, Betroffene sofort isoliert, Massnahmen durchsetzt und optimiert, ist richtig. Der Konzern kann es sich leisten. Jetzt ist es an allen anderen Bauherren, diesem Exempel zu folgen oder zu schliessen – und an den staatlichen Kontrolleuren, Verfehlungen zu ermitteln und rigoros zu handeln.

Meistgesehen

Artboard 1