Unter acht kleinen Wollschweinchen, die im Tierpark Lange Erlen die Sonne geniessen, ist eines deutlich kleiner als die anderen. Es heisst Hannibal und hat eine spezielle Geschichte: Seine Eltern sind nämlich Geschwister. Eines der Wollschwein-Weibchen wurde also vom eigenen Bruder gedeckt. Die Folge der Inzucht: Zwei der drei Jungtiere kamen tot zur Welt. Das dritte ist wesentlich kleiner als die anderen sieben jungen Wollschweinchen. Auch Hannibal ist aber kräftig am Wachsen und wird laut Tierparkleiter Bruno Ris die durch die Inzucht bedingten Entwicklungsrückstände bald aufholen.

Nachwuchs gab es nicht nur bei den Wollschweinen, sondern auch bei anderen Tieren, die im Tierpark Lange Erlen leben. Das freut nicht nur die Besucher, sondern auch die Tierparkleitung, die sich durch die Zuchterfolge in ihrer Arbeit bestätigt fühlt. So gab es zum Beispiel auch bei den Wildschweinen Nachwuchs: Zwei Wildschweinmütter gebaren zwei respektive vier Junge.

Doch nicht alles lief plangemäss. Der Storchennachwuchs lag dieses Jahr unter den Erwartungen: «Mit 16 Jungstörchen war es ein mittelmässiges Jahr», sagt Ris. Der Tierpark versuche, alle Jungstörche zu beringen und einige mit Sendern auszustatten. So können ihre Zugrouten erforscht werden – wenn der Jungstorch die lange Reise überlebt. Die potenzielle Lebenserwartung beträgt über 20 Jahre, in Gefangenschaft sogar bis zu 40 Jahre.

Noch fehlen 200 000 Franken

Der Feuersalamander, der 2012 in den Tierpark einzog, wurde durch Mauereidechsen ersetzt. Der Feuersalamander konnte zwar gut gehalten werden, bedauerlicherweise liess er sich nicht oft blicken. Obwohl die Mauereidechsen erst seit zwei Tagen im umgebauten Terrarium weilen, hat sich der Austausch gelohnt – die Eidechsen zeigen sich häufig. Die Feuersalamander sind nicht ganz von der Bildfläche verschwunden, sie werden immer noch zu pädagogischen Zwecken im Betriebshof des Tierparks gehalten.

Der Ausbau des Tierparks schreitet voran wie geplant, das Restaurant konnte am Ostersonntag wieder eröffnet werden und der Betrieb ist gut angelaufen. Der Bau des neuen Veloweges, der wichtig ist für den Ausbau des Tierparks, verläuft nach Plan, da das Wetter sehr gut war in den letzten zwei Monaten. «Ob die Bauarbeiten bis Mitte September abgeschlossen sind, hängt stark vom Wetter ab», erklärt Geschäftsleiter Edwin Tschopp. «Es fehlen noch 200 000 Franken zur vollständigen Finanzierung des Betriebshofes und der Wisentanlage.» Der Wisent soll seine neue Anlage Mitte September beziehen können. Im neuen Betriebshof wird unter anderem eine Tierarztpraxis eingerichtet. Diese Modernisierung sei dringend nötig, da die aktuelle Praxis nicht mehr den heutigen Standards entspreche, sagt der Geschäftsleiter.