Persönlich

Was für ein Käse

Ein Bergkäse mit Überraschungseffekt. Bild: aba

Ein Bergkäse mit Überraschungseffekt. Bild: aba

Obwalden. Älggi-Alp. Eine Familienwanderung steht an. Es ist heiss. Und die Höhenmeter, die wir zu bewältigen haben, schüchtern mich etwas ein. Wandern?

Eher nicht so meins. Wir laufen los, über saftige Wiesen mit herrlich farbigen Bergblumen. Der Weg führt durch Wälder, Gebirge, Schluchten, durch Kuhherden hindurch, an Seen vorbei. Vielleicht ist Wandern doch nicht ganz so schlimm, wenn ich mir die Kulisse etwas genauer anschaue. Genau dann, als sich der Durst und ein kleiner Hunger langsam bemerkbar machen, entdecken wir in der Ferne ein Bauernhaus.

Schon von Weitem ruft uns der Bauer zu, wir sollen von seinem Käse probieren. So bereitet er uns liebevoll ein Plättchen mit Bergkäse, Salami und Brot zu. Der Käse schmeckt uns vier Städtern so gut, dass wir ein grosses Stück davon kaufen. Zwölf Jahre lang sei er gereift. Stolz holt der Bauer ein grosses Stück Käse – es kostet 9.80 Franken – und wickelt es in ein Stück Zeitung ein. Ungläubig bemerke ich den roten Ton der Zeitung.

Als ich meinen Namen auf der Tageszeitung entdecke, traue ich meinen Augen nicht – der Bergkäse, eingewickelt in ein Interview, das ich kurz vor meinen Ferien noch geführt habe. Ich muss schmunzeln, war doch die Erarbeitung und Fertigstellung des Interviews mindestens genauso anstrengend wie der Aufstieg zum Bergkäse-Bauernhof. Hach, Ferien in der Heimat. Wie klein sie nur ist, die liebe Schweiz. Aber nicht minder schön.

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