Gastronomie

Was für ein Traumwetter in Basel! Und den Beizern klingeln die Kassen

Der «Schmale Wurf» am Rhein profitiert von den vielen Sonnenstunden.

Schlendert man am Rhein entlang, stellen sich seit mehreren Wochen dank Sonne und warmen Temperaturen bereits Frühlingsgefühle ein. Hoch Erika macht’s möglich.

Sonne satt, Temperaturen bis zu 15 Grad: Der Frühling kitzelt die Region. Und das im Februar, seit Tagen schon. Und er soll der Region noch bis mindestens Ende Monat erhalten bleiben, dank Hoch Erika. Zwar bricht der Februar 2019 bislang keinen Schweizer Temperaturrekord, eine derart lange Schönwetterperiode gab es im zweiten Monat des Jahres indes seit 1990 nicht mehr. Was also gibt es jetzt Schöneres, als einen Kaffee oder gar das Mittagessen an der Sonne zu geniessen?

Michele Parisi gehört zu jenen Gastronomen in Basel, die besonders von dem traumhaften Februar-Wetter profitieren. Der Inhaber des Restaurants «Zum Schmale Wurf» mit Terrasse direkt am Rhein, sagt: «Ich bin gerade sehr zufrieden. Insbesondere am Wochenende ist die Terrasse fast durchgehend rappelvoll. Ich muss dann neben meinen Festangestellten Personal auf Abruf beschäftigen, sonst würden wir dem Andrang nicht Herr werden.»

Aber auch unter der Woche sei sein Restaurant aussergewöhnlich gut besucht, so Parisi weiter. Er schätzt, dass der Umsatz des «Schmale Wurfs» im Februar 2019 rund 30 Prozent höher ist im Vergleich zum Vorjahresmonat. Und hofft entsprechend, «dass das Wetter weiterhin so gut bleibt».

Im Sommer zu heiss

Einer der Plätze in Basel, die sich an der prallen Sonne befinden und sich im Winter schnell aufwärmen, ist der Aussenbereich des Grand Café Huguenin am Barfüsserplatz. Hier gibt man sich dennoch nur verhalten positiv. Inhaber Daniel Röschli sagt: «Der Standort ist ideal. Gerade vergangenes Wochenende lief’s ausserordentlich gut.» Trotzdem hofft Röschli, dass der kommende Sommer nicht ganz so heiss wird wie jener im vergangenen Jahr. «Sonst ist es auf diesem Platz zu heiss. Dann halten sich die Leute lieber am Rhein in der Nähe einer der Buvetten auf.» Die brütende Hitze habe sich im 2019 entsprechend negativ auf den Umsatz ausgewirkt, so Röschli.

Am Rhein klatscht man bereits jetzt vor Freude in die Hände: «So früh wie dieses Jahr waren wir noch nie dran», sagt Caroline Rouine, Inhaberin der Hafen-Buvette Marina. «Eigentlich war die Eröffnung auf 1. März geplant.» Wegen des schönen Wetters habe sie sich entschlossen, schon am vergangenen Wochenende den Buvettenbetrieb wieder aufzunehmen. «Als Familienbetrieb sind wir zum Glück relativ flexibel und müssen nicht noch kurzfristig Personal zusammentrommeln. Sonst wäre die Spontaneröffnung nicht möglich gewesen», so Rouine.

Die improvisierte Verpflegung in Form von Hot-Dogs und Zitronenkuchen habe jedenfalls dankbare Abnehmer gefunden. «Wir waren selbst überrascht.» Die Buvette sei das ganze Wochenende über «rappelvoll» gewesen. «Die Personenfrequenz war etwa gleich wie an einem Tag im Hochsommer.»

Die Stimmung sei im Vergleich zur Hauptsaison aber ganz anders gewesen, die Gäste viel dankbarer. «Das Klientel war am Wochenende aber auch ein etwas anderes als im Sommer», sagt Rouine. So hätten viele überraschte «Hündeler» einen Zwischenstopp in der «Marina» eingelegt. «Die Fasnächtler waren auch froh, dass sie nach den Vorbereitungen ihren ‹Waggis› bekamen». Die «Marina» bleibe ab jetzt geöffnet. «Wir werden den Betrieb gleich weiterziehen und nicht noch einmal zumachen», so Rouine.

Vom Wetter die Nase voll

Die Leute zieht es nach draussen. Vom Winter haben sie die Nase voll. Wer jedoch nicht von Sonne und warmen Temperaturen profitiert, sind die Allergiker. Denn: Der Pollenflug wird durch das frühlingshafte Wetter stark begünstigt. «Jetzt blüht alles ziemlich zeitnah nacheinander», sagt Emanuel Trueb, Leiter der Stadtgärtnerei Basel. Trotz warmer Temperaturen unter Tags ist es morgens und abends sehr kalt. Ohne passende Kleidung ist eine Erkältung nicht weit. Kommt dann noch der Heuschnupfen dazu, wird’s erst recht unangenehm.

Schon nächste Woche könnte die warme Herrlichkeit wieder vorbei sein. «Schneefall ist auch im März noch möglich», sagt Roger Perret von Meteonews. Das Hoch Erika soll etwas abflachen: Es wird wieder kühler. Wer trotzdem draussen sitzen will, packt sich ein. Und trinkt statt Waggis Kaffi Schnaps.

Autorin

Rahel Koerfgen

Rahel  Koerfgen

Autor

Chloé Oberholzer

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