Die Konzentration auf nur noch drei Sparten, die Novartis am Dienstag bekannt gegeben hat, wird Auswirkungen auf Mitarbeiter in Basel haben: Im Werk Rosental sind 240 Mitarbeiter aus der Tiergesundheitssparte vom Verkauf an Eli Lilly betroffen. Schweizweit sind von den 15'000 Beschäftigten rund 1500 Angestellte von der am Dienstag bekannt gegebenen Restrukturierung tangiert.

Unklare Situation in Basel

Die Gewerkschaft Unia wünscht sich von Novartis ein klares Bekenntnis zu den betroffenen Mitarbeitern am Standort Basel. Bisher hat sich der Konzern aber in Schweigen gehüllt. «Wir erwarten, dass die betroffenen Stellen in Basel erhalten bleiben und die Mitarbeiter keine Einbussen bei den Arbeitsbedingungen hinnehmen müssen», sagt Manuel Wyss, Branchenleiter chemische und pharmazeutische Industrie der Unia. Ob Stellen gestrichen oder ins Ausland verschoben werden, kann Wyss nicht sagen.

Für Pascal Brenneisen, Leiter Novartis Schweiz, ist es verfrüht, Schlüsse zu den möglichen Folgen des Umbaus zu ziehen. Laut Brenneisen werden die lokalen Arbeitnehmervertretungen durch die Novartis weiterhin informiert und miteinbezogen, wie dies den gesetzlichen Vorschriften entspricht. «Für weitere Angaben ist es zu früh, da diese Transaktionen eben erst finalisiert wurden und es nun einige Monate dauern wird, die Details zu planen», erklärt Brenneisen auf Anfrage der bz. Dabei sei zu berücksichtigen, dass «der Abschluss dieser Transaktionen in der ersten Hälfte 2015 zu erwarten ist, also in knapp einem Jahr».

Das betonte am Dienstag auch Novartis-CEO Joe Jimenez. Die Angestellten wechseln mit Abschluss der Transaktion auch ihren Arbeitgeber. Ob unter den neuen Besitzern Stellen wegfallen oder ob es Verschiebungen ins Ausland gibt, darüber wollte Jimenez nicht spekulieren.

Für Regierungsrat Christoph Brutschin ist der Zeitpunkt ebenfalls noch zu früh, um zu beurteilen, was der Umbau für die Mitarbeiter bedeutet. Er betonte, dass der von Novartis verkündete Schritt kein Abbau, sondern ein Umbau sei. In einem Umbau würden zwar Gefahren stecken, aber eben auch Chancen. Wichtig sei, dass man in Basel den Prozess begleite und vor allem die Vorteile für den Standort Basel wahren kann.

Unklare Zukunft in Nyon

Am stärksten trifft die angekündigte Neuausrichtung den Novartis-Standort Nyon. Vor zwei Jahren konnte der Pharmakonzern dort von seinen Schliessungsplänen abgebracht werden und entschied sich stattdessen, die Produktion von rezeptpflichtigen Medikamenten weiter auszubauen. Heute sind am Standort 900 Personen beschäftigt. Die Produktionsstätte geht in eine gemeinsame Firma mit der britischen Glaxo Smith Kline über. Novartis wird mit 36,5 Prozent nur noch eine Minderheitsbeteiligung am Werk besitzen – der Rest gehört Glaxo Smith Kline.

Für die Stellen in Nyon gab Konzernchef Joe Jimenez am Mittwoch zwar Entwarnung. Gegenüber der Zeitung «24heures» sagte er, dass die 900 Arbeitsplätze in Nyon erhalten bleiben. Wie lange dies gilt, ist aber ungewiss. Das Sagen über das Werk in Nyon haben künftig nicht mehr die Basler, sondern die neuen Besitzer aus Grossbritannien. Was die Briten langfristig mit dem Werk vorhaben, bleibt ebenfalls unklar.

Zur Anzahl der betroffenen Stellen im Impfgeschäft waren von Novartis keine Angaben erhältlich.