Herr Regli, an der Basler Fasnacht sind Hunderttausende in der ganzen Stadt unterwegs. Totale Sicherheit kann die Polizei nicht bieten.

Peter Regli: Nein, das müssen wir uns bewusst sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, ist aber sehr tief. Es ist wichtig, dass die Fasnacht genauso wie immer stattfindet. Wir dürfen uns unsere Freiheit nicht nehmen lassen.

Ist es sinnvoll, viele bewaffnete Polizisten aufzustellen?

Der Kommandant muss beurteilen, wo die Leute mit Waffen einzusetzen sind. Eine Schlussfolgerung aus den Attentaten in Paris und Brüssel ist, dass der Einzeltäter heute mit einer automatischen Waffe mit mehreren Magazinen Munition angreift. In dieser Situation hat der Polizist keine Zeit, Alarm zu schlagen. Er muss sofort in den Feuerkampf eingreifen können. Darum ja: Polizisten müssen entsprechend bewaffnet sein.

Und wenn ein Lastwagen herandonnert, wie am Weihnachtsmarkt in Berlin?

Gute Frage. Man könnte entlang des Umzugs Betonklötze und beladene Lastwagen aufstellen. Das schränkt aber die Freiheit ein, unser höchstes Gut. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir gewisse Risiken eingehen, wenn wir an die Fasnacht gehen. Wenn wir das machen, gewinnen wir. Wenn wir uns verstecken, haben die Fanatiker gewonnen.

Sucht der Nachrichtendienst vor der Fasnacht intensiver nach Gefährdern?

Zweifellos. Das tut er auch vor internationalen Grossanlässen. Dann sucht er gezielter, nach ganz bestimmten Kriterien.

Erschweren die Verkleidungen der Fasnächterlinnen und Fasnächtler die Arbeit der Polizei?

Ja. Die Lagebeurteilung und Identifikation möglicher Täter ist erschwert. Mir ist aber keine Situation bekannt, in dem das ein Attentäter ausgenutzt hat.

Was können die Fasnachtsbesucher für ihre Sicherheit tun?

Sie sollen aufmerksam sein und überlegen, was sie bei einer Schiesserei tun würden. Wünschenswert wäre, wenn sie sofort die Polizeinummer 117 anriefen. Abgesehen von all dem sollen sie die Fasnacht geniessen.