Zoo Basel

Wasser-Akrobaten begeistern Zolli-Besucher

Die Seelöwen-Weibchen erlernen spielerisch neue Kunststücke. Ihr Training begann im Januar – mittlerweile haben sie grosse Fortschritte gemacht.

Er war der geborene Showman. Bei den Seelöwen–Fütterungen im Basler Zolli war der Seelöwenbulle Uranus jeweils die Hauptattraktion und begeisterte durch Sprünge und Kunststücke. Nach Uranus’ Tod im letzten Dezember müssen diese Fusstapfen gefüllt werden. Die fünf Weibchen, die im Seelöwen – Gehege zu Hause sind, haben sich dieser Aufgabe angenommen.

Seit Januar lassen sich bei den Weibchen, die sich zuvor jeweils im Hintergrund aufhielten, grosse Fortschritte feststellen. «Was die Tierpfleger geschafft haben in den letzten Monaten ist sensationell», sagt Kuratorin Friederike von Houwald. Eine dieser Tierpfleger ist Ramona Schröter, die das Seelöwen-Training leitet. Schröter versucht, die Stärken der einzelnen Tiere hervorzuheben. Sie erklärt, es sei dazu wichtig, dass die Seelöwen eine Routine entwickeln, die sich nicht verändert. Von da aus kann das individuelle Training beginnen, basierend auf den Fähigkeiten des jeweiligen Tieres. Hilfsmittel braucht die Trainerin kaum, lediglich einen Ball, der an einem Stock befestigt ist, eine Hundepfeife und die Fische, die als Belohnung dienen. «Einen Seelöwen zu trainieren, ist mehr, als einfach nur Fische zuzuwerfen», wirft von Houwald ein. Zentral sei vor allem das Timing, da dem Tier klar sein müsse, dass der Fisch eine Belohnung darstellen soll. Dazu benutzt Schröter den Ball. Berühren die Tiere den Ball erfolgt ein Pfiff durch die Hundepfeife. Dies bedeutet Lob und eine nachfolgende Belohnung. So lernen sowohl Tier, als auch Pfleger die Signale gegenseitig zu lesen und zu verstehen.

Das Training dient demnach nicht nur der Unterhaltung der Zuschauer, sondern fördert auch den natürlichen Spieltrieb und die Fähigkeiten der Seelöwen. Dazu kommt, dass durch das Training die Tiere auf Berührung sensibilisiert werden. Dies vereinfacht Untersuchungen durch den Tierarzt, da die Tiere zutraulicher und weniger schreckhaft sind. Zwischen Tier und Mensch entsteht eine Zusammenarbeit, die so für beide Seiten Vorteile bringt und für Gross und Klein spannend und schön zum Anschauen ist.

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