«ainewäg» e Blaggedde
WC-Papierrolle als Plakette: Wieso hat sich das Comité für diesen Entwurf entschieden?

Bereits bei der Auswahl des Entwurfs der neuen Plakette musste sich das Comité Gedanken über eine mögliche Absage der Basler Fasnacht machen.

Aimee Baumgartner
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Die Preise und das Sortiment der Fasnachtsplakette bleiben unverändert.

Die Preise und das Sortiment der Fasnachtsplakette bleiben unverändert.

Juri Junkov

Eigentlich hätte der Montagmorgen vom 22. Februar ein besonderer werden sollen. Pünktlich um 4 Uhr wären die Lichter in der Innenstadt aus gegangen und die kleinen und grossen Laternen an. Doch nach der kurzfristigen Absage in diesem Jahr kann die Fasnacht auch 2021 nicht stattfinden. Für das Comité war jedoch klar, dass es auch ohne eine Fasnacht eine Plakette geben soll. Das erzählte Comité-Obfrau Pia Inderbitzin im Jahresrückblicks-Interview.

Am Mittwoch wurde das Geheimnis gelüftet, wie die «Blaggedde» in Zeiten von Corona aussieht. Die Wahl fiel auf den Entwurf des Basler Grafikers Pascal Kottmann. Es ist bereits die fünfte Plakette, die das Comité von ihm seit 2007 ausgewählt hat. Kottmann habe das Pandemiethema unter dem Motto «ainewäg» mit einem Augenzwinkern umgesetzt, begründet das Comité seinen Entscheid. Abgebildet ist eine WC-Rolle, was eine Anspielung auf die Hamsterkäufe in der ersten Corona-Welle sei. Die drei Papierstücke sollen an die einzelnen Fasnachtstage erinnern.

Die Fasnacht sollte trotz Corona erkennbar sein

Zu sehen sind drei traditionelle Fasnachtsfiguren. Zuoberst ist eine Alte Tante mit ihrem grossen Hut abgebildet, die Piccolo spielt. Darunter spielt ein Clown, der gleichzeitig trommelt und Trompete spielt. Auf dem letzten Blatt der WC-Papierrolle sieht man einen Schnitzelbänggler mit Helge und Zeedel, der eine Schutzmaske trägt. Bei Letzterem handelt es sich um eine Hommage an das 100-Jahr-Jubiläum des Schnitzelbangg-Comités.

«Uns hat auch überzeugt, dass die Pandemie mit einem Augenzwinkern betrachtet wird», sagt Adrian Kunz, Plakettenverantwortlicher beim Basler Fasnachts-Comité. «Zudem ist die Plakette eindeutig. Man muss nicht zwei Mal überlegen, um was es geht.»

Pascal Kottmann sei aber bei Weitem nicht der einzige gewesen, der das Coronavirus und dessen Auswirkungen als Sujet wählte. Bei zwei Dritteln aller Entwürfe war laut Adrian Kunz die Pandemie das Thema.

Überraschender ist hingegen, dass in diesem Jahr viel mehr Plakettenentwürfe eingereicht worden sind als üblich. «Dieses Mal waren es etwa 150 statt 100 Stück», sagt Kunz. «Das zeigt, dass Corona die Künstler stark beschäftigt.» Zum einen habe es insgesamt mehr Künstler geben, zum anderen haben diese auch mehrere Plaketten entworfen.

Das Comité hat weniger Plaketten bestellt

Wie viele Plaketten fürs 2021 hergestellt werden, sei noch unklar. «Wir befinden uns in einer schwierigen Situation, weil wir nicht genau wissen, was die richtige Bestellmenge ist. Wir haben keine Erfahrungswerte», sagt Adrian Kunz. Das Comité konnte jedoch mit dem Produzenten, dem Blaggedde-Müller, einen Deal aushandeln. Statt einer grossen Bestellung gab es in diesem Jahr zwei – die erste Mitte September, die andere zwei Monate später.

Das hat Auswirkungen auf die Produktion. Aus logistischen Gründen sind die Kupfer- und Silberplaketten gleich gross. Kunz: «So konnte der Blaggedde-Müller bereits mit dem Stanzen beginnen, ohne zu wissen, welche Farbe die Plakette am Ende hat.» Über die Anzahl der bestellten Plaketten schweigt sich das Comité aus, es seien aber «eindeutig weniger» als in herkömmlichen Jahren. Nach dem Verkaufsstart am 2. Januar 2021 seien Nachbestellungen noch möglich.