Er kann’s nicht lassen. Eigentlich wollte Karim Frick kürzertreten; Ende Dezember 2018 gab er zusammen mit Bruder Anwar die Pacht in der «Fischerstube» an der Rheingasse ab, schweren Herzens zwar, aber auch optimistisch. Er wolle mehr Zeit für sich haben, «für andere neue Dinge», sagte er zur bz. Dass er in Zukunft «punktuell» bei Gastro-Projekten mitwirken werde, schliesse er nicht aus.

Und jetzt sitzt er im Zunftsaal des Restaurant Löwenzorn und strahlt über beide Ohren. «Ich habe gemerkt, dass ich den Kontakt zu Menschen brauche. Dass mir das fehlt.» Die Brüder Frick, so teilte Alfred Grieder, Verwaltungsratspräsident der Zum Löwenzorn AG, heute Morgen mit, werden im Traditionslokal an der Ecke Spalenberg und Gemsberg ab 1. August 2019 als neue Beizer wirken. Der Pachtvertrag wurde auf fünf Jahre mit Option auf Verlängerung angesetzt. «Wir haben jemanden gesucht, der dem ‹Löwenzorn› wieder ein persönliches Gesicht geben kann. Dass die Brüder Frick zugesagt haben, ist für uns ein Glücksfall. Sie bringen viel Herzblut mit,» sagte Grieder an einer Medienkonferenz.

In der Ausschreibung wurde von den neuen Betreibern ein Konzept gewünscht, das mehr Gemütlichkeit bringt und zur Brasserie passt, die Stammlokal vieler Cliquen und Studentenverbindungen ist. Deshalb habe man laut Grieder keine Grossorganisation gewählt, sondern jemanden, «der direkt vor Ort ist».

Die Brüder Frick werden dem «Löwenzorn» mit dem schönen, aber ziemlich verkommenen und in den vergangenen Jahren wenig genutzten Hofgarten gut tun. Sie geniessen in der Basler Gastroszene einen exzellenten Ruf, machten sie doch aus der ehemaligen Trinkhöhle Fischerstube innert zehn Jahren ein familiäres Restaurant mit bodenständiger, guter Küche. Karim Frick wirkte dabei als Gastgeber, der gelernte Koch Anwar Frick in der Küche. Unter seiner Leitung sollen am Gemsberg weiterhin Klassiker wie Cordon Bleu oder Rösti auf der Karte zu finden sein; ergänzt mit Innereien-Gerichten, ganz im Sinne des «Nose-to-tail»-Trends. Und eine grössere Auswahl von lokalen Bieren.

Eine der wichtigsten Änderungen unter den Fricks: Der «Löwenzorn» wird neu an sieben Tagen die Woche geöffnet haben, kleine Gerichte wie etwa Frikadellen können bis 23 Uhr bestellt werden. «Wir wollen gerade das Gebiet rund um den Spalenberg an Sonntagen beleben. Jetzt ist es ziemlich tot hier», sagt Anwar Frick. Und erreichen, dass man den «Löwenzorn» nicht nur während der Fasnacht, sondern das ganze Jahr über gerne besuche.

Dem Pachtwechsel geht ein langer Streit voraus. Liegenschaftsbesitzerin Zum Löwenzorn und Betreiberin Berest AG stritten sich um Ansprüche; so wurde etwa eine Sanierung zum Streitfall. Vor Gericht kam es zur Einigung. Bis zum Wechsel werde die Berest das Lokal weiter betreiben, sagt Grieder. Und wenn es dann soweit ist, wollen es die Brüder Frick «nochmals allen zeigen».