Wahlen 2020

Wechsel in Basler Regierung: Auch SP-Regierungsrat Christoph Brutschin tritt ab

Christoph Brutschin (SP) räumt seinen Sitz in der Basler Regierung.

Christoph Brutschin (SP) räumt seinen Sitz in der Basler Regierung.

Bei den Basler Sozialdemokraten bringen sich bereits erste Kandidaten in Position. Die Bürgerlichen halten sich hingegen noch bedeckt.

Zehn Jahre lang sass Christoph Brutschin für die SP im Regierungsrat. Acht Monate vor den Wahlen in Basel-Stadt verkündet der 61-Jährige: Er tritt nicht mehr an. Man solle dann aufhören, wenn es am Schönsten sei, sagt der Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt zur Nachrichtenagentur SDA. Brutschin ist seit Februar 2009 Regierungsrat. Bevor er im Januar 2021 sein Amt verlässt, will er den Bau des Hafenbeckens 3 vorantreiben. Vor Brutschin gab SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels bereits im November 2019 bekannt, nicht mehr anzutreten. Daraufhin brachten sich mögliche Nachfolger in Position. Beat Jans, Kaspar Sutter oder Sarah Wyss werden als Kandidaten gehandelt. Die 31-jährige Grossrätin sagte zur bz: «Das Amt interessiert mich. Entschieden, ob ich mich zur Verfügung stelle, habe ich mich noch nicht.» Auch Kerstin Wenk dürfte sich Chancen ausrechnen.

Bürgerliche haben nun doppelte Chancen

Die Basler Bürgerlichen hingegen äusserten sich bisher bedeckt zu den Wahlen vom 25. Oktober. Dabei bleiben sie auch nach Brutschins Verzicht auf das Amt. Der Basler FDP-Präsident Luca Urgese sagt: «Die Ausgangslage hat sich nicht verändert. Wir Bürgerliche wollen weiterhin die Mehrheit zurückgewinnen.» Natürlich hätten sich die Chancen durch den Rückzug zweier Bisheriger verbessert. Für ihn persönlich käme eine Kandidatur aber nicht infrage. Urgese behält Brutschin als «ruhigen und souveränen Magistraten» in Erinnerung. Besonders «seine mahnenden Worte» werde er nicht vergessen. SVP-Grossrat Joël Thüring ergänzt: «Er ist sehr kompetent, engagiert und bis zu einem gewissen Grad pragmatisch.» Auf Twitter bedauert er ausserdem seinen Weggang. Brutschin sei «der beste Regierungsrat der Linken».

Während sich Brutschin mit seiner wirtschaftsfreundlichen Politik bei den Bürgerlichen beliebt machte, wurde er mehrfach aus den eigenen Reihen kritisiert. Die Basler Juso etwa hatte keine Freude am SP-Regierungsrat, wenn dieser sich für den Flughafen engagierte. Nino Russano, Basler Juso-Präsident, wünscht sich darum eine junge Nachfolgerin. «Wie etwa Sarah Wyss.» Zudem stehe die Geschlechterfrage nun nicht mehr absolut im Zentrum. «Das Feld ist offen, auch für Männer», sagt der Juso-Präsident Russano.

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