Gütertransport

Weg frei fürs Hafenbecken 3: Weiterer Meilenstein für Basler Rheinhäfen

Geht alles nach Plan, kann das Hafenbecken 3 in rund fünf Jahren in Betrieb genommen werden.

Geht alles nach Plan, kann das Hafenbecken 3 in rund fünf Jahren in Betrieb genommen werden.

Die Absichtserklärung für das dritte Hafenbecken ist unterzeichnet. Wirtschaftsvertreter beider Basel zeigen sich erfreut über die Entwicklungen. Endlich bekomme der Standort Basel Anerkennung als Drehscheibe von nationaler Bedeutung.

Hans-Peter Hadorn spricht von einem Meilenstein für die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH). «Der Bund bekennt sich damit endgültig zu den Häfen», sagt deren Direktor. Der Grund zur Freude: Das Bundesamt für Verkehr (BAV), die beiden Basel und die SRH haben eine Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der Rheinhäfen in Basel unterzeichnet. Konkret geht es um den geplanten Bau eines dritten Hafenbeckens in Basel-Kleinhüningen.

Bereits mit der Genehmigung des neuen Gütertransportgesetzes hatte sich die Bundespolitik dafür entschieden, die Bedeutung der Rheinschifffahrt zu stärken. Wochenlang hatten die regionalen Parlamentarier für diesen Entscheid geweibelt. Zuvor sah das Bundesgesetz nur die Förderung von Eisenbahnanlagen vor. Mit der nun unterzeichneten Willensbekundung sollen die Rheinhäfen verstärkt in die nationale Verkehrsinfrastruktur eingebunden werden.

«Gute Nachricht für Standort»

«Die Vereinbarung mit dem Bund ist ein entscheidender Pfeiler für die Zukunft der wichtigsten Logistikdrehscheibe der Schweiz und insbesondere auch des Stadthafens Kleinhüningen», kommentiert der Basler SP-Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin. «Die Region Basel braucht eine Logistikdrehscheibe von europäischem Standard, um die aktuellen und künftigen Gütermengen zu bewältigen.» Sein Baselbieter SVP-Amtskollege Thomas Weber ergänzt: «Damit erfahren die Rheinhäfen definitiv die Anerkennung als Drehscheibe von nationaler Bedeutung. Das ist für unseren Wirtschaftsstandort eine gute Nachricht.»

Mit der Erklärung bekräftigt der Bund seine Absicht, sich in Form von bedingt rückzahlbaren zinslosen Darlehen an der Finanzierung des dritten Basler Hafenbeckens zu beteiligen. Die Kosten für das Projekt werden auf 111 Millionen Franken geschätzt. Der Bund wird davon maximal 50 Prozent übernehmen, den Rest wird Basel-Stadt zahlen. Geht alles nach Plan, wird die Baubewilligung Mitte 2018 eingereicht. Nach vier- bis fünfjähriger Bauzeit könnte das Hafenbecken dann 2022/23 in Betrieb genommen werden.

«Die Bedeutung der Rheinhäfen für die Versorgung der Schweiz zeigt sich angesichts des immer noch andauernden Unterbruchs der Rheintalbahn bei Rastatt in aller Deutlichkeit», sagt Peter Füglistaler. Für den BAV-Direktor ist «eine Beteiligung des Bundes an dieser Infrastruktur von nationaler Bedeutung deshalb angezeigt». Auch Hafendirektor Hadorn betont die Wichtigkeit der Schifffahrt, gerade in einer solchen Situation wie nach dem Bahnunfall.

Bedeutung nimmt weiter zu

Zur Umsetzung des Projekts soll nun eine Hafeninfrastruktur AG als Tochtergesellschaft der SRH gegründet werden. Daran kann sich auch der Bund beteiligen, wobei er die bedingt rückzahlbaren Darlehen als Eigenkapital in die Aktiengesellschaft einbringen könne. Mit seiner Finanzierungszusage für diesen Schiffsanschluss an den Containerterminal Basel Nord lege der Bund «einen entscheidenden Grundstein für eine leistungsfähige und vernetzte Infrastruktur für unsere handelsorientierte Volkswirtschaft», zeigt sich Hadorn hochzufrieden.

Schon heute erfolgen rund 40 Prozent aller Schweizer Im- und Exporte über Basel. Alleine der Anteil der Schifffahrt liegt bei 12 Prozent. Und diese Mengen dürften weiter zunehmen. Denn die Häfen in Rotterdam werden weiter ausgebaut – und damit auch die Warentransporte über den Rhein.

Noch nicht definitiv vom Tisch ist das parallel erarbeitete private Projekt Container Terminal Weil von Swissterminal, Ultra-Brag und Danser in Weil am Rhein. Dieses scheint allerdings zu stagnieren, wie die deutschen Behörden durchblicken lassen. Die nötige Umzonung des Areals oder die Planung des erforderlichen Autobahnanschlusses seien nicht weiter gekommen. Zudem habe sich der Bund nun für den Schweizer Standort entschieden, betont Hadorn.

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