Uni Basel
Wegen Baselbiet: Eymann schmiedet Notfallpläne für die Uni

Basel-Stadt prüft offenbar, ob und wie die Uni mit weniger Baselbieter Geld überleben könnte. Angesichts des Spardrucks im Baselbiet müsse befürchtet werden, dass der Landkanton weniger an die Finanzierungsperiode der Uni zahlen wolle, sagt Eymann.

Nicolas Drechsler
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Müssen zum Thema Universität die Köpfe wohl noch öfters zusammenstecken: Bildungsdirektoren Wüthrich und Eymann. Archiv/Nars-zimmer

Müssen zum Thema Universität die Köpfe wohl noch öfters zusammenstecken: Bildungsdirektoren Wüthrich und Eymann. Archiv/Nars-zimmer

Ist nach bloss zwei Beitragsperioden die gemeinsame Zeit der beiden Basel als Träger der Universität schon vorbei? Oder steckt die Partnerschaft in einer Krise? Gestern äusserte der Basler Bildungsdirektor am Rande einer Medienkonferenz zu den Regierungsratswahlen zur Finanzierung der Uni den bedeutungsschweren Satz: «Wir müssen uns Szenarien überlegen, wie wir dies unter Umständen auch ohne den geschätzten Partnerkanton machen könnten.» Angesichts des Spardrucks im Baselbiet müsse man befürchten, dass der Landkanton weniger an die nächste Finanzierungsperiode der Uni zahlen wolle, die 2014 beginnt. «Die Zukunft der Universität muss gesichert werden. Die steigenden Studierendenzahlen bringen Investitionsbedarf mit sich, ohne dass dadurch die Leistungen ausgebaut würden», sagte Eymann weiter. Damit steht eine Erhöhung des Finanzbedarfs im Raum.

Wolken am Bildungshorizont

Und da könnte es Probleme geben, denn wie Eymann ausführte, «hat es sich im Baselbiet leider immer noch nicht überall durchgesetzt, dass es die Universität beider Basel ist». Sein Baselbieter Amtskollege Urs Wüthrich mag gegenüber der bz nicht widersprechen. Er legt aber dar, dass die Universität verschiedene Varianten für die strategische Entwicklung der Uni beschlossen habe. «Nun müssen wir in den Partnerschaftsverhandlungen abklären, was eine Chance in den Regierungen und in den Parlamenten hat. Es gibt Varianten, an denen die Uni nur wenig Freude haben dürfte und ich als Bildungsdirektor auch nicht. Aber es gibt auch solche, die ich sinnvoll finde.» Das Spektrum sei breit.

Neue Finanzierungsmodelle

Ebenso breit scheint auch das Feld der Möglichkeiten zu sein, die Eymann bei der Finanzierung auslotet. Möglich sei beispielsweise, dass Basel-Stadt der Uni Geld vorschiesse: «Es wäre eine Lösung wie auf dem Schällenmätteli-Areal denkbar, wo der Kanton der ETH das Geld vorgestreckt hat und die ETH nun über die Mieten diesen Kredit zurückbezahlt.» Oder aber, dass der Kanton auf dem Kapitalmarkt zu den herrschenden Tiefst-Zinsen Geld aufnehme und es der Universität zur Verfügung stellen würde.

Universitätsrat ist erstaunt

Von Universitätsseite sagt der Präsident des Universitätsrates, Ueli Vischer: «Das Thema ist aktuell, wir werden den Regierungen unseren Antrag bis Ende Oktober zukommen lassen.» Die Uni kenne ihren Bedarf, nun gehe es darum sich zu überlegen, welche Forderungen politisch umsetzbar seien. Viele Fragen sind noch offen, bevor die Uni sich sorgen muss. Aber dass sie überhaupt öffentlich diskutiert werden, zeigt: Das Vorzeigeprojekt der Partnerschaft zwischen den beiden Basel, die gemeinsame Uni-Trägerschaft, steht offenbar nach sechs Jahren für die Baselbieter Sparpolitiker bereits wieder zur Debatte. Nicht so für Vischer: «Wie die Beträge verteilt werden, ist im Staatsvertrag festgelegt und es ist eigentlich nicht denkbar, dass man diese Beträge entgegen dem Staatsvertrag aufteilt.» Aber die Baselbieter Regierung will erklärtermassen sämtliche Staatsverträge neu verhandeln, um so Geld zu sparen. Also auch den, der Baselland zum Status eines Universitätskantons verhalf. Allerdings ist dies nicht nur finanziell, sondern auch politisch gesehen der grösste und wichtigste Brocken.