Die Grill-Welle hat die Region fest im Griff. Die Brandlöcher, die dabei entstehen, treiben Parknutzer und Stadtgärtner zur Weissglut. Auf dem Birsköpfli zählt man mittlerweile Hunderte von Brandlöchern, im St. Johannspark sind es rund 80, und auch die zentrale Wiese der Schützenmatte gleicht mittlerweile eher einem Truppenübungsplatz als einem englischen Golfrasen.

Nun stehen zwei Varianten zur Diskussion, wie man den Baslerinnen und Baslern beibringt, so zu grillieren, dass dabei die Parkanlagen keinen Schaden nehmen: entweder die Einweggrills schlicht zu verbieten, wie es der liberale Grossrat Heiner Vischer in einem Vorstoss fordert. Oder Gemeinschaftsgrills aufzustellen, auf denen alle ihr Grillgut brutzeln können.

Skepsis nach Zürcher Erfahrungen

Der Chef der Stadtgärtnerei Emanuel Trueb ist skeptisch, was die Gemeinschaftsgrills angeht, die zum Beispiel in Zürich zurzeit getestet werden: «Die werden in Zürich gerne angenommen, aber das Problem ist, dass die Grills nicht sauber und ordentlich hinterlassen werden. In Australien klappt das bestens. Aber offenbar nicht bei uns.»

Zudem zeige sich, dass nur weil es einen öffentlichen Grill gibt, die Menschen deswegen nicht weniger oft selbst einen mitbringen: «Einige wenige grillen mit den öffentlichen Grills, alle anderen nicht.» Dass Trueb den Gemeinschaftsgrills skeptisch gegenübersteht, liegt unter anderem auch an den guten Kontakten zu den Gärtner-Kollegen in Zürich: Yvonne Aellen, die Leiterin Grünflächenunterhalt in Basel, war früher bei «Grün Zürich» tätig, also der Zürcher Stadtgärtnerei.

Wenn schon Gemeinschaftsroste, dann müssten die Grills an Orten stehen, an denen eine gewisse minimale Aufsicht besteht, beispielsweise am Rhein bei den Buvetten oder in der Nähe eines Park-Cafés. «Eventuell wäre hier eine Zusammenarbeit mit den Buvettenbetreibern möglich», meint Trueb. Dieses System funktioniert bereits an der Oetlinger-Buvette.

Aktienmühle hat Problem gelöst

Ein ähnliches Konzept kennt das Kleinbasler Begegnungszentrum Aktienmühle, das einen Gemeinschaftsgrill betreibt. «Wir stellen Kohle und Anzündwürfel bereit, und wir putzen den Grill am Ende selber», erklärt Marianne Tobler, die stellvertretende Geschäftsführerin. Finanziert wird der Aufwand der Aktienmühle für den Grillbetrieb aus den Einnahmen der Bar, an der die Grillgäste ihre Getränke beziehen.

Grillkultur muss wachsen

Trueb schwebt aber eine andere Lösung vor, die Leute von ihren Einweggrills abzubringen. Ohne Staatsgrills und Verbote: «Ich will darauf hinwirken, dass die Leute sich gute transportable Mehrweggrills kaufen. Das ist eine Stilfrage.» In unseren Breitengraden stehe diese öffentliche Grillkultur noch ganz am Anfang, die Jungen wüssten noch nicht richtig, wie das geht: «Das Ganze muss nun ein bisschen Stil und Klasse bekommen.»

Damit spielt Trueb nicht nur darauf an, dass ein Stück Fleisch vom Einweggrill meist den Beigeschmack von Anzündwürfeln hat, sondern er zielt auch auf die Portemonnaies der Freunde des Freiluftschlemmens: «Wenn man die Rechnung macht: Grillgut plus Einweggrill, dann kostet am Ende der Klöpfer viel zu viel Geld.» Denn ein Einweggrill kostet zwischen 5 und 15 Franken, einen Mehrweggrill bekommt man ab rund 40 Franken. Nach ein paar Grilladen, zahlt sich die Investition also aus.