Das Asylschiff hätte Anfang August im St. Johann anlegen sollen. Die Regierung möchte ein ausrangiertes Hotelschiff mieten, um den Asylengpass zu entschärfen. Damit wird vorerst nichts. «Die Einsprachen werden sehr wahrscheinlich zu einer Verzögerung führen», sagt Tiefbauamtssprecher André Frauchiger.

Die Einsprachefrist endete am Freitag. Im laufenden Einspracheverfahren verfolge der Kanton zwei Ziele: Einerseits die Argumente der Einsprechenden zu entkräften und andererseits so weit wie möglich auf deren Anliegen einzugehen. Einsprache eingelegt haben der Wohnbau-Genossenschaftsverband Nordwest sowie der Neutrale Quartierverein St.Johann. Dessen Präsident Mario C. Ress nimmt Stellung.

Herr Ress, unter welchen Bedingungen sind Sie bereit, die Einsprache zurückzuziehen?

Mario C. Ress: Als Präsident erhielt ich das Mandat, somit bin ich stellvertretend für unsere Mitglieder das ausführende Organ. Sie entscheiden über das weitere Vorgehen.

Verhindern werden Sie das Asylschiff höchstwahrscheinlich nicht. Was ist Ihre Strategie?

Unsere Strategie machen wir nicht in der Presse bekannt. Denn in den letzten vier Wochen musste ich feststellen, dass Meinungsäusserungen in unserer Stadt nicht willkommen sind. Ausser sie haben eine bestimmte Parteifarbe.

Eines sei an dieser Stelle mit Nachdruck vermerkt: Wir sind weder ein rassistischer Quartierverein noch sind wir, noch bin ich, menschenfeindlich. Ebenso wenig sind wir gegen Asylanten. Was uns nervt, ist das Asylsystem an und für sich sowie das Vorgehen der Behörden.

Sie wurden im Quartier als Rassist beschimpft.

Da es explizit gegen mich als Person geht und längst nicht mehr um die Sache an und für sich, habe ich von meinem Recht Gebrauch gemacht, gegen diese Formen von Verleumdung und Hetzkampagne rechtliche Schritte einzuleiten.

Ergo werde ich mich zu diesem Thema nicht mehr öffentlich äussern. 1952 selbst als Secondo in Basel geboren, durfte ich während der Schul- und Lehrzeit am eigenen Leib erleben, was Rassismus bedeutet.

Wieso sind Sie – gerade wegen dieser Erfahrungen – nicht toleranter gegenüber Asylsuchenden?

Wir sind nicht gegen Asylsuchende, sondern gegen den Standort und die Unterbringungsform. Ein Schiff eignet sich grundsätzlich nicht als Asylheim. Jeder, der in seinem Leben längere Zeit auf einem Boot war, weiss nur zu gut, was damit gemeint ist.

Ein Bunker ist aber noch weniger geeignet.

Das stimmt so explizit nicht. In einem Bunker sind zumindest die Bewegungsfreiheiten und das Sicherheitsgefühl besser als auf einem Schiff.

Hilft Ihr Kampf gegen das Asylschiff Ihrer BDP-Grossratskandidatur?

Diese Frage ist nicht ernst gemeint, oder? Meine Kandidatur hat nichts mit diesem Mandat zu tun.

Wären Sie in der SVP nicht besser aufgehoben?

Nein. Bis vor sieben Monaten war ich noch parteilos. Mit der BDP habe ich die Partei gefunden, die zumindest einen Teil meiner persönlichen Meinung vertritt.

Haben Sie genügend Geld, um das Verfahren weiterzuziehen?

Wir schauen Schritt für Schritt. Ich gehe davon aus, dass wir alle uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln einsetzen werden.