«Dante Schuggi» & Co.
Wegen fehlendem Personal stehen Oldtimer-Drämmli öfter still

Die alten Drämmli der BVB sind ein beliebter Ort für Apéros, Hochzeiten und Ähnliches. Doch derzeit bekommen viele, die einen solchen Oldtimer mieten wollen, eine Absage. Laut den BVB liegt das Problem nicht bei den Fahrzeugen, sondern bei den Chauffeuren.

Benjamin Rosch
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Dieser Oldtimer kam vor allem auf der Strecke Schifflände – Muttenz – Pratteln zum Einsatz.

Dieser Oldtimer kam vor allem auf der Strecke Schifflände – Muttenz – Pratteln zum Einsatz.

Kenneth Nars

Wenn die Oldtimer der Basler Verkehrsbetriebe aufkreuzen, drehen sich die Leute nach ihnen um. Das gilt für das Anggebliemli vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts gleichermassen wie für etwas jüngere Oldies und natürlich im Besonderen für das grösste Bijou im Stall der BVB: Die Dante Schuggi. Doch wer jetzt eines dieser Gefährte buchen will, muss mit einer Enttäuschung rechnen. «Die derzeitige Nachfrage übersteigt unser aktuelles Angebot an Extrafahrten», beantwortet Sprecherin Claudia Demel eine Anfrage der bz. Es komme deshalb zu Absagen.

Grund dafür sei ein Personalmangel: «Die Kapazitäten für das Extrafahrten-Geschäft der BVB sind grundsätzlich beschränkt», sagt Demel. Erschwerend kommt derzeit dazu, dass nicht genügend Wagenführer verfügbar sind, weil sie «unter anderem durch die Streckenschulungen auf dem französischen Abschnitt momentan zusätzlich beansprucht werden». Mit ein Grund für die Engpässe ist also die Tramverlängerung der Linie 3 nach Saint-Louis, welche die Chauffeure nun kennenlernen müssen. Der Zeitplan ist straff: Der reguläre Betrieb soll bereits ab 10. Dezember aufgenommen werden.

Extrafahrten lohnen sich nicht

Nicht jeder Tramchauffeur kann sich in die Kabine eines der Klassiker setzen. Es braucht dazu eine spezielle Instruktion. Insidern zufolge sind die BVB aber gar nicht so unglücklich, dass sie diesen Service nur in geringerem Umfang anbieten können. Finanziell seien Extrafahrten für die Verkehrsbetriebe in der Tendenz ein Minusgeschäft. Dies, obwohl ein gemietetes Tram schnell bis zu 800 Franken die Stunde kosten kann. «Nur die Dante Schuggi, welche früher an bis zu 300 Tagen im Jahr auf der Strecke war, hat sich knapp selbst tragen können», sagt ein ehemaliger Chauffeur gegenüber der bz.

Doch die Dante Schuggi hat sich seit Jahren nicht mehr auf das Schienennetz gewagt. Der Grund war erst ein technischer, später ein juristischer. Als die BVB aufgrund schlechter Bremswerte Änderungen an den Magnetschienenbremsen vornahmen, hob das Bundesamt für Verkehr die bis dato unbeschränkte Betriebsbewilligung auf. Eine neue Sicherheitssteuerung sollte her. Für die BVB war dies zu teuer, einen weiteren Einsatz des Liebhaber-Drämmli erstritten sie sich schliesslich vor Bundesgericht. Das Urteil liegt seit eineinhalb Jahren vor. Doch noch immer gibt es offenbar Unklarheiten: Demel bestätigt, dass die Dante Schuggi «als Motorfahrzeug derzeit ausser Betrieb» sei.