Über eine halbe Million Franken hatte die «Em Basler sy Bier-Idee GmbH» letztes Jahr investiert. Es gab einen eigenen Laden an der Lehenmattstrasse mit zwei neuen Kühlschränken. Auch Vermarktung und Marketing des Lokalbiers wurden hoch gefahren.

Auf der Webseite wird das Bier als Kultgetränk beworben. Da gibt es Flipflops und Picknickdecken mit dem Bier-Logo zu kaufen. Die Liste der Lokale und Läden, in denen es die beiden Sorten «Hell» und «Natürtrüb» zu kaufen gegeben haben soll, ist beeindruckend lang.
«Wir waren die Nummer drei in der Region», sagt Andreas Vonder Mühll.

Beizen sprangen ab

Er spricht in der Vergangenheit. Denn er hatte die Biermarke vor neun Jahren zusammen mit Daniel Graber gegründet – und gibt sie jetzt wieder auf. Um die jährlich 180 000 Liter Absatz zu finanzieren, müsse man in den Restaurants serviert werden, sagt er.

Und genau da haperte es. Einige Beizen hatten das Bier auf ihre Getränkekarten aufgenommen, «namhafte Lokale», wie Vonder Mühll betont. Doch sie seien wieder abgesprungen. Andere hätten ihre Schulden nicht beglichen, und neue Beizen hätten Vorauszahlungen verlangt. «Mit der Liquidität wurde es immer schwieriger», sagt er.

Am Schluss betrug der Verlust 800 000 Franken – unter anderem, weil die Firma in einem Streit im Rotlichtmilieu 280 000 Franken verloren habe, so Vonder Mühll. «Ich höre lieber auf, bevor das grosse finanzielle Debakel eintrifft.» Seine Firma hatte eine Angestellte und Verträge mit Hopfen- und Gersteproduzenten aus der Region. Gebraut wurde das Bier aber von der Brauerei Locher in Appenzell.

Investieren oder extern brauen

Für Pascal Ryf, Gründer des Oberwiler Biers Waldschlössli, ist der Konkurs nicht überraschend. «Es gibt bereits sehr viel lokales Bier auf dem Markt», sagt er. Sobald man eine gewisse Menge erreicht habe, müsse man entweder viel Geld in eine eigene Produktionsanlage investieren oder extern brauen lassen.

Ueli Bier und Unser Bier hätten diesen Schritt erfolgreich begangen und sich etabliert. «Als weiterer lokaler Anbieter mit diesen beiden Playern mitzuhalten, ist nicht einfach.» So ist zum Beispiel neulich das «Basiliskebier» untergegangen.

Marke darf übernommen werden

Vonder Mühll macht sich noch Hoffnung, dass die Brauerei Locher Em Basler sy Bier weiterhin brauen und in Eigenregie in Basel vermarkten könnte. Doch der administrative Leiter Aurèle Meyer winkt ab: «Wir sind nicht die glaubhaften Vertreter für ein Basler Bier.» Jetzt gehe es nur noch darum, die restlichen Lagerbestände zu verkaufen.

Nicht ausschliessen will er aber, dass jemand aus Basel die Marke übernimmt. «Dann würden wir natürlich wieder das Basler Bier brauen.»