Kulturzentrum
Wegen Lukas Ott: Nutzungskonzept der Kaserne hat mehrere Monate Verspätung

Bis Ende Jahr sollte das Nutzungskonzept für die Kaserne vorliegen. Nun wird es wegen des neuen Stadtentwicklers verschoben.

Jonas Hoskyn
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Wer zu welchen Bedingungen in der künftigen Kaserne wirken darf, ist noch unklar (im Bild das Projektmodell).

Wer zu welchen Bedingungen in der künftigen Kaserne wirken darf, ist noch unklar (im Bild das Projektmodell).

Juri Junkov

Seit dem klaren Ja zur Kaserne am 12. Februar dieses Jahres warten die Involvierten gespannt auf das Nutzungskonzept. Dieses soll festlegen, wie der Umbau des altehrwürdigen Gebäudes künftig als Kultur- und Quartierzentrum genutzt werden soll. Konkret geht es etwa darum, wer unter welchen Bedingungen die Räumlichkeiten vergibt. Im Vorfeld der Abstimmung hatte das zuständige Präsidialdepartement zu diesem Punkt nur sehr zurückhaltend und unverbindlich informiert.

Im Sommer fragte SP-Grossrätin Franziska Reinhard bei der Regierung nach, wie der Terminplan zur Kaserne aussehe. Die Antwort: Bis September soll die Baueingabe eingereicht werden, bis Ende Jahr ein Nutzungskonzept vorliegen. Bereits die Baueingabe hatte mehrere Wochen Verspätung. Nun zeigt sich: Auch beim Nutzungskonzept kann der Terminplan nicht eingehalten werden. «Es gibt eine leichte Verzögerung», bestätigt die interimistische Leiterin Kultur Sonja Kuhn. Man wolle nun im ersten Quartal 2018 berichten.

Der Grund ist die Neubesetzung der Leitung Kantons- und Stadtentwicklung. Der bisherige Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott hat sein Amt am 1. Dezember angetreten. Es würden zwei Szenarien auf dem Tisch liegen, so Kuhn, ohne genauer darauf einzugehen. «Wir möchten Lukas Ott die Möglichkeit geben, seine Ansichten in den Prozess mit einzubringen.» Gleichzeitig hält sie fest: «Wir wollen möglichst rasch einen Entscheid.»

Auf das parallel laufende Bauprojekt habe die Verzögerung keinen Einfluss, betont Kuhn. Dieses liege gut im Zeitplan, nicht zuletzt deshalb, weil gegen das Baugesuch keine Einsprachen eingegangen sind. «Wir sind insgesamt sehr gut unterwegs», sagt Kuhn.

«Wenig vertrauensfördernd»

Kritischer sieht dies SP-Grossrätin Franziska Reinhard: «Die Verzögerung überrascht mich leider nicht.» Ein Grund sei wohl, dass sich die Abteilung Kultur in den letzten Monaten stark auf die Erarbeitung der Museumsstrategie fokussieren musste, welche vergangene Woche vorgestellt wurde. Bereits mit ihrer Anfrage vor einem halben Jahr sei es ihr darum gegangen, klare und verbindliche Aussagen zum weiteren Vorgehen im Kasernenprojekt zu erhalten: «Es bestand bei vielen Involvierten die Befürchtung, dass gewisse Sachen vergessen werden. Die neue Verspätung ist da natürlich nicht gerade vertrauensfördernd.» Es herrsche nach wie vor eine grosse Unsicherheit, wie die Kaserne künftig genutzt werden soll.

Der Baustart für den insgesamt 44,6 Millionen Franken teuren Umbau der Kaserne soll nächsten Sommer nach dem Basel Tattoo und dem Open Air Basel erfolgen. Anfangs 2021 sollen die neuen Räumlichkeiten dann bezugsbereit sein.