Die Ferienzeit in Europa hat begonnen, und somit auch die Zeit der Kurzstreckenflüge. Auch die Durchschnittsauslastung der Flüge vom und zum Euro-Airport in Mulhouse ist hoch. «In der Sommerzeit sind bei Schweizern vor allem Flüge am Wochenende beliebt», erklärt Vivienne Gaskell, Mediensprecherin des Euro-Airport.

Ausgerechnet in dieser besonders intensiven Zeit für den Basler Flughafen kam es an vergangenen Samstag und Sonntag allerdings zu Verspätungen und Annullierungen, die vielen Reiselustigen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben dürften. Bereits in der vergangenen Woche wurde von der «Direction des Services de la navigation aérienne»(DSNA), die Kontrollinstanz des französischen Luftverkehrs, angekündigt, dass es am Wochenende vom 16. und 17. Juni zu Streiks kommen würde.

Diese betrafen vor allem Fluglotsen im südfranzösischen Marseille. Die dadurch verursachten massiven Unterbrüche im französischen Luftraum hatten auch Konsequenzen für einige Schweizer Flüge. Gespürt haben das auch viele Passagiere am Euro-Airport, bestätigt Gaskell.

Viele Verspätungen

Am Samstag seien insgesamt 14 Flüge, davon sieben Ankünfte und sieben Abflüge, annulliert worden. Noch schlimmer wurde es am Sonntag: Dann mussten insgesamt 24 Flüge annulliert werden. Daneben kam es auch zu zahlreichen Verspätungen. 12 Abflüge waren am Samstag verspätet, wobei sich die Wartezeit jeweils zwischen 15 Minuten und eineinhalb Stunden hinzog, mit der Ausnahme eines Abflugs, der sich um ganze fünf Stunden verspätet hat. Auch die Verspätungen intensivierten sich am folgenden Tag: «Am Sonntag waren dann 14 Abflüge betroffen, die sich zwischen einer und zweieinhalb Stunden verspätet haben», berichtet Gaskell.

In der Schweiz waren es besonders Easyjet-Flüge, die stark vom Streik betroffen waren. Europaweit waren es allerdings besonders Passagiere der Fluggesellschaft Ryanair, die die Auswirkungen des Streiks zu spüren bekamen. Viele Flüge nach Palma de Mallorca und nach Ibiza wurden bereits im Voraus annulliert.

Weiteres Chaos am Euro-Airport

Die Fluglotsen in Marseille sind nicht die einzigen, die aktuell in Frankreich streiken. Auch die Mitarbeiter der Französischen Bahn haben flächendeckende Streiks bis Ende Juni angekündigt. Grund dafür ist die neue Sparpolitik von Präsident Emmanuel Macron. Besonders in Kritik steht die geplante Kürzung des Rentenalters für Beamte.

Wie von der DSNA angekündigt, endete der Fluglotsenstreik am Sonntag. Doch der Streik war nicht das einzige Problem, dass am Wochenende für Chaos am Euro-Airport gesorgt hat. Am Samstagvormittag war die Abflughalle des Basler Flughafens vorübergehend gesperrt. Grund dafür war ein verdächtiger Gegenstand, der sich in der Halle 4 befand, und dessen Abklärung eine kurzfristige Teilschliessung des Flughafens erfordert hatte. Währenddessen kam es vor dem Eingang des Flughafens zu einer langen Warteschlange. Als sich der Gegenstand als harmlos herausgestellt hatte, wurde der Flughafen allerdings wieder geöffnet. Die ganze Unannehmlichkeit dauerte lediglich bis um 11.30 Uhr.