Gateway
Weichenstellung für die Bahn-Zukunft in der Region

Der Knoten Basel ist das Thema eines breit abgestützten trinationalen Bahn-Kongresses. Denn es droht eng zu werden auf dem Schienennetz am Oberrhein. Am öffentlichen Kongress sollen Lösungen aufgezeigt werden.

Peter Schenk
Merken
Drucken
Teilen
Ausbau der Schienen beim Badischen Bahnhof.

Ausbau der Schienen beim Badischen Bahnhof.

Erich Meyer

Im Bahnverkehr mit der Schweiz ist Basel der wichtigste Grenzübergang. Darauf aufmerksam machen soll der zweitägige trinationale Bahn-Kongress «bk13», der am 15. und 16. Mai unter dem Titel «Bahnknoten Basel – Gateway oder Nadelöhr?» zum ersten Mal in Basel stattfindet. Als Referenten werden unter anderem Andreas Meyer, CEO der SBB, Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, Baden-Württemberg, sowie Jacques Mazars, Regionaldirektor der SNCF, erwartet. Insgesamt äussern sich 25 Referenten.

An dem Bahnkongress, der auch für interessierte Laien offen steht, sollen Informationen über die anstehenden Herausforderungen für den Knoten Basel vermittelt und Lösungen aufgezeigt werden. Die Situation ist speziell. So heisst es in der Medienmitteilung zum Kongress, dass sich im Raum Basel Hochgeschwindigkeits- und Fernverkehrszüge aus Frankreich und Deutschland sowie der wachsende Güterverkehr und der regionale Schienenverkehr auf den gleichen Gleisen kreuzen. «Dies erschwert es, den S-Bahn-Verkehr so gut zu entwickeln wie in anderen Agglomerationen. Ebenso herausfordernd sind eine langfristige und umfassende Verkehrspolitik und eine effektvolle Lobbyarbeit bei den nationalen Entscheidungsträgern für einen Raum, der sich auf drei Länder und in der Schweiz auf vier Kantone aufteilt.»

Breites Teilnehmerfeld

Hinzu kommen beim Schienenverkehr verschiedene Eigentümer von Eisenbahninfrastrukturen und verschiedene Transportunternehmungen auf engstem Raum, heisst es. Deshalb sei es umso wichtiger, dass der Entwicklung des Bahnverkehrs im Raum Basel Beachtung geschenkt werde. Getragen und durchgeführt wird der Kongress, der im Congress Center Basel stattfindet, von den beiden Kantonen Baselland und Basel-Stadt, der SBB, der Handelskammer beider Basel, den beiden Industrie- und Handelskammern Hochrhein-Bodensee wie Südlicher Oberrhein sowie der Chambre de Commerce et d’Industrie Sud Alsace.

Auch Forderungen platzieren

Im Fokus stehen Themen wie Abwicklung des Güterverkehrs, der internationale Personenverkehr oder der Nahverkehr mit S-Bahn und Tram. «Wir wollen eine Bestandsaufnahme machen und Forderungen platzieren», erklärt Benno Jurt, Leiter öffentlicher Verkehr im Basler Amt für Mobilität. Erwartet werden 100 bis 200 Teilnehmer. «Wir hoffen, dass wir auch Interessenten über die Region hinaus ansprechen», fährt Jurt fort. Der Kongress sei so konzipiert, dass er in eine Reihe überführt werden könne. Es handle sich um die erste trinationale Veranstaltung dieser Art, ergänzt Organisatorin Isabelle Rihm. Am Abend des ersten Kongresstages findet zum Thema «Wirtschaftsförderung durch Bahnausbau» ein Symposium der Industrie- und Handelskammern statt, das mit einer prominent besetzten Podiumsdiskussion endet. Die Veranstaltung war anfangs unabhängig vom Kongress geplant und wurde in diesen integriert.