Weihnachten
Adväntsgass ist zurück: Fondue, Austern, Drinks und Glühbier

Nach einem coronabedingten Unterbruch lädt die Rheingasse in diesem Jahr wieder ein zur «Adväntsgass» – täglich bis zum 23. Dezember.

Peter de Marchi
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Die Organisatoren wollen an die schöne Stimmung vor zwei Jahren anknüpfen.

Die Organisatoren wollen an die schöne Stimmung vor zwei Jahren anknüpfen.

Elias Bötticher

Robi Schröder, Wirt im «Schmalen Wurf», bringt mit Putzlappen und Scheuermittel seinen Wagen schon mal auf Hochglanz; hektisches Treiben in der ganzen Rheingasse, Gabelstapler kurven rum, Zirkuswagen rollen an, Stände werden aufgebaut, geputzt und eingerichtet. Alles ein bisschen hektischer, denn wegen des Stadtlaufs konnte erst am Montag richtig mit dem Aufbau begonnen werden. Nach einem Jahr coronabedingter Zwangspause geht es am Dienstagabend um 17 Uhr los mit der mittlerweile schon sechsten Ausgabe der «Adväntsgass im Glaibasel».

Während Robi Schröder draussen noch schrubbt, informieren drinnen im Hotel Krafft zur gleichen Zeit Eva Matt und Christine Waelti, die beiden Tätschmeisterinnen der Adväntsgass. Sie seien glücklich darüber, den Anlass in diesem Jahr wieder durchführen zu können, sagt Christine Waelti. Doch nervenaufreibend, noch nervenaufreibender als in früheren Jahren, müssen sie gewesen sein, diese letzten Wochen vor dem Start. So viele Unklarheiten, alles auf den letzten Drücker. Können die Weihnachtsmärkte überhaupt stattfinden? Wenn ja, unter welchen Auflagen? Muss Maske getragen werden?

Flexibilität und Goodwill

Erst letzte Woche fiel dann der Entscheid: Zugang zur Adväntsgass hat nur, wer ein gültiges Covid-Zertifikat vorweisen kann. Ein Entscheid der Stadt, der wohl den eher schlechten Erfahrungen auf dem Petersplatz während der Herbstmesse und den steigenden Corona-Fallzahlen geschuldet sei, vermutet Christine Waelti. All diese Unsicherheiten hätten sowohl den Anwohnern als auch den Standbetreibern viel Flexibilität und auch viel Goodwill abverlangt. «Doch wir hatten nur positive Reaktionen von allen Seiten. Alle ziehen am gleichen Strick.»

Eva Matt (.) und Christine Waelti organisieren die Adväntsgass.

Eva Matt (.) und Christine Waelti organisieren die Adväntsgass.

Elias Bötticher

Nach dem Zertifikatsentscheid habe man schnell reagieren und zusätzliches Personal für die Kontrollen finden müssen, fuhr Eva Matt fort. Via Facebook und einen Doodle-Link seien Freiwillige gesucht worden. «Ohne Freiwillige hätten wir die personalintensiven Kontrollen nicht stemmen können.» Auch hier seien die Reaktionen überraschend positiv gewesen: Innert wenigen Tagen hätten sich 25 Leute für einen freiwilligen Einsatz gemeldet, unterstützt würden diese von Profis der «Rhy Security» sowie von Mitgliedern der vier Fasnachtscliquen, die an der Adväntsgass gemeinsam einen Grillstand betreiben.

Kein Zertifikat auf den Trottoirs

Konkret sieht das dann so aus: Es gibt je einen Ein- und Ausgang auf der Seite Greifengasse und auf der Seite Lindenberg sowie einzelne Durchgänge zu besonderen Attraktionen, etwa zur Fonduegondel, an denen ebenfalls kontrolliert wird. Der Veranstaltungsperimeter klammert jedoch das Trottoir aus; dieses kann auch ohne Zertifikat benutzt werden. Es gibt ja auch noch die Anwohnerinnen und Anwohner, die einfach nur nach Hause möchten.

Dann kann's also losgehen, bis zum 23. Dezember, von Montag bis Freitag zwischen 17 und 22 Uhr, am Samstag und Sonntag zwischen 14 und 22 Uhr. Die diesjährige Adväntsgass konzentriert sich ganz auf das kulinarische Angebot der Standbetreiber, ein Rahmenprogramm fällt coronabedingt weg, so auch der beliebte Fondueplausch am langen Tisch mitten in der Rheingasse. Oder wie es Christine Waelti sagte:

«Wir machen das, was wir am besten können; wir schaffen einen heimeligen Ort für das gemütliche Beisammensein.»

Für dieses gemütliche Beisammensein sorgt eine vielfältige Palette an Essen und Trinken. Exklusive Drinks werden gemixt und Austern geknackt; es wird duften nach Fondue, Käseschnitten, Raclette, Bratwürsten und Chlöpfer. Die Besucherinnen und Besucher werden entführt ins Tessin und von Spanien über Italien bis ins ferne Indien; auf Liebhaber des Süssen warten Churros und Waffeln und, und, und – herausgepickt bei Robi Schröder: heisses Glühbier von der Appenzeller Brauerei – mal was ganz anderes. Jetzt müsse nur noch das Wetter mitspielen, hofft Schröder – und mit ihm hoffen alle anderen Standbetreiber. «Nur keinen Regen. Regen ist der absolute Stimmungs- und Umsatzkiller.»

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