Grenzverkehr
Weihnachtseinkäufer bringen den Grenzverkehr ins Stocken

Die Grenzwache hatte über die Festtage mit enormem Verkehrsaufkommen zu kämpfen. An den Grenzübergängen stauten sich die Weihnachtseinkäufer teilweise bis zu dreissig Minuten lang. Grund dafür waren neben Baustellen vor allem die deutschen Ausfuhrbescheinigungen.

Nicolas Drechsler
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Der Grenzübergang Rheinfelden war zeitweise ein einziger Parkplatz, ein Durchkommen unmöglich.

Der Grenzübergang Rheinfelden war zeitweise ein einziger Parkplatz, ein Durchkommen unmöglich.

Grenzwache Basel

«Das war für unsere Mitarbeiter eine strenge Zeit, und wir sind froh, ist sie vorbei.» Dem Pressesprecher der Grenzwache Basel Patrick Gantenbein ist die Erleichterung anzuhören. «Der Dezember ist immer ein sehr starker Monat für die Grenzwache. Wir hatten aber den Eindruck, dass das Verkehrsvolumen in diesem Jahr an den Spitzentagen noch höher war als in den vergangenen Jahren», erklärt der erfahrene Bundesangestellte. Am meisten zu tun gab es kurz vor den Feiertagen: «Den absoluten Rekord verzeichneten wir am letzten Wochenende vor Weihnachten.»

Stau auch in Gegenrichtung

Der Verkehr staute sich an den Grenzübergängen der Region in beide Richtungen. Beispielsweise standen die Autos am Grenzübergang Basel-Hiltalingerstrasse zeitweise auf der Schweizer Seite bis zurück auf den Hochbergerplatz. 20 Minuten betrugen die Wartezeiten hier am Wochenende vor Heiligabend. In die andere Richtung sah es ähnlich aus. Das Problem hier: die berühmt-berüchtigten «grünen Zettel», mit denen die Schweizer die deutsche Mehrwertsteuer zurückfordern können. Allerdings erst nachdem sie abgestempelt sind, und dieses Prozedere dauert gut und gerne fünf Minuten.

Mengen sind noch unklar

«Unser Hauptproblem war die Abfertigung», sagt denn auch der Sprecher des deutschen Zolls, Markus Ückert. Wie viele Zettel abgestempelt worden sind, ist noch nicht klar, die Verzollungsstatistik liegt weder auf deutscher noch auf Schweizer Seite vor. Am schlimmsten war das Chaos aber nicht in Basel, obwohl am Grenzübergang Hiltalingerstrasse, wo derzeit die Verlängerung der Tramlinie 8 im Bau ist, auch jeweils mindestens eine Viertelstunde Wartezeit einberechnet werden musste. «Die grössten Schwierigkeiten gab es am Autobahnzoll Rheinfelden, wo wir Wartezeiten von einer halben Stunde hatten», erzählt Gantenbein. Das Problem hier: Die Einkäufer, die ihren Zettel abstempeln lassen wollten, stellten ihre Autos kreuz und quer auf den Zollhof und blockierten so die übrigen Autofahrer.

Laut Gantenbein musste hier die Polizei zeitweise den Verkehr regeln. Ückert seinerseits sagt nur: «Wir machen keine Verkehrspolitik.» Einen weiteren Kommentar wollte er zur teilweise verrückten Situation an der Grenze nicht abgeben.

Dicker Fisch ging ins Netz

Doch Gantenbein sieht auch die guten Seiten der vergangenen , strengen Wochen: «Positiv ist, dass es zu keinen Zwischenfällen kam. Die Reisenden waren stets sehr kooperativ.» Kontrolliert habe man vor allem Autos, bei denen klar ersichtlich war, dass sie schwer beladen unterwegs waren. Und das habe sich auch gelohnt, rapportiert Gantenbein: «Wir haben einige Fälle von Lebensmittelschmuggel aufgedeckt.»

Es sei jedenfalls nicht so, dass man sich auf Hausfrauen und -männer stürze, die etwas zu grosszügig eingekauft hätten: «Hier geht es uns nicht um ein paar Gramm, die jemand zu viel dabei hat. Wir konzentrieren uns auf den Schmuggel im grossen Stil.» Diesbezüglich kündigte er an, die Grenzwache habe einen dicken Fisch gefangen, den man nächste Woche präsentieren werde.