Es kommt immer wieder vor, dass ein Beschuldigter zur Gerichtsverhandlung nicht auftaucht. Die Schweizerische Strafprozessordnung schreibt in solchen Fällen erbarmungslos einen Leerlauf vor: Selbst wenn völlig klar ist, dass auch eine weitere Vorladung nichts bringt, muss die Verhandlung erneut angesetzt werden. Erst am zweiten Termin darf dann auch in Abwesenheit des Angeklagten ein Urteil gefällt werden.

Heute Donnerstag lag der Fall im Basler Strafgericht ein wenig anders: Der der versuchten Tötung Angeklagte wurde von Polizisten vom Gefängnis ins Gerichtsgebäude gebracht, drei Richter und ein Gerichtsschreiber warteten, ebenso die Staatsanwältin, die Opfervertreterin und ein Gerichtsreporter. Doch weder die Dolmetscherin noch der Pflichtverteidiger tauchten auf. Nach einer halben Stunde blies das Gericht die Verhandlung dann ab, zumal klar wurde, dass der Verteidiger offenbar kurzfristig erkrankt war. Nun wird ein neuer Termin gesucht.

Tatort Dreirosenanlage

Der im Baselbiet wohnhafte, 27-jährige Mann aus Somalia bleibt somit weiterhin in Haft. Er wurde im Juli 2017 im Kleinbasel nach kurzer Fahndung von der Polizei festgenommen, zuvor kam es an der Dreirosenanlage zu einer Messerstecherei. Mehrere bekiffte und betrunkene Männer stritten sich dort zuerst verbal, ein paar Leute schlichteten, dann kam es zu einer Rangelei. Der 27-Jährige soll schliesslich einem Kontrahenten dreimal in den Rücken und einmal in den Kopf gestochen haben. Das Opfer hatte viel Glück und war lediglich zwei Wochen lang arbeitsunfähig.