Nun ist definitiv, wie die künftige Bebauung im westlichen Teil des Erlenmatt-Areals aussehen wird: Die Totalunternehmung Losinger Marazzi AG baut auf vier Baufeldern rund 550 Wohnungen sowie ein Seniorenzentrum. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf 218 Millionen Franken. Die Projekte auf den Baufeldern C, E, F und G liegen seit wenigen Tagen in Ausführungsreife vor und werden in den nächsten Monaten in Angriff genommen (siehe Visualisierung).

Im Gegensatz zu diesen Projekten ist weiter unklar, ob auf dem Baufeld A das von einer anderen Arealentwicklerin geplante Shopping-Center, die Erlenmatt-Galerie, gebaut wird. Noch keine ausführungsreifen Projekte liegen ferner auf den im östlichen Teil gelegenen Baufeldern H, I und J vor, die sich im Eigentum der von Beatrice Oeri präsidierten Stiftung Habitat befindet.

2016 sind Wohnungen bezugsbereit

Der Wohnungsmix auf den Baufeldern der Losinger Marazzi AG sieht so aus: Auf dem Baufeld E werden 42 Dreieinhalb- bis Fünfeinhalbzimmer-Eigentumswohnungen und - im begrünten Innenhof - sechs Reiheneinfamilienhäuser erstellt. Auf den drei Baufeldern E, F und G sind 500 Mietwohnungen geplant, davon entfällt die Hälfte auf Dreieinhalbzimmerwohnungen. Jeweils rund ein Viertel ist für Zweieinhalb- sowie für Viereinhalbzimmerwohnungen vorgesehen, wie Benoît Demierre, Niederlassungsleiter Basel der Losinger Marazzi AG informiert.

Auf dem Baufeld C wird schliesslich das mit 63 Wohnungen, 56 Pflegeplätzen und einem öffentlichen Restaurant ausgestattete Seniorenzentrum errichtet. Dieses ist in der Planung bereits am weitesten fortgeschritten: Laut Losinger Marazzi soll dieses bereits im Herbst 2014 fertiggestellt sein. Die Projekte auf den anderen Baufeldern sollen etappenweise Anfang 2016 übergeben werden.

Bei Losinger Marazzi ist man stolz, mit der Wohnüberbauung auf der Erlenmatt das erste 2000-Watt-Areal der Schweiz präsentieren zu können, das sich in Ausführung befindet. So werde das Quartier mit Fernwärme versorgt, zudem seien Photovoltaikanlagen vorgesehen. Sämtliche Wohnbauten werden im Minergie-Standard erstellt. Daneben verfüge das Quartier über Ladestationen für Elektroautos, Mobility-Standorte sowie eine reduzierte Anzahl Parkplätze.

Zu wenig Wohnungen für Familien

Werde das Energiekonzept so umgesetzt, sei dies positiv, kommentiert Antoinette Voellmy. Sie begleitet seit 1998 im Forum Erlenmatt die Entwicklung des ehemaligen DB-Areals. Allerdings würde sie gerne mehr über dieses Konzept wissen. «Dass die neuen Wohnungen mit Fernwärme beheizt werden sollen, ist wirklich nichts Besonderes. Das gibt es im ganzen Quartier», sagte sie. Voellmys Kritik konzentriert sich aber auf etwas anderes: den Wohnungsmix. «Es mangelt an Wohnungen, die mehr als vier Zimmer aufweisen und somit auch für Familien geeignet sind.» Voellmy hatte bereits letztes Jahr in einer Einsprache gegen die Bauprojekte darauf aufmerksam gemacht - ohne Erfolg.

Unterstützung erhält Voellmy von Basta-Grossrat Urs Müller. «Die Investorin ist offensichtlich nicht gewillt, auf der Erlenmatt familienfreundliche Wohnungen zu realisieren.» Dies mache ihn wütend - zumal hier erneut eine Chance vertan worden sei, bei einem Neubauprojekt die soziale Durchmischung zu fördern. «Es wäre sinnvoller, bei solchen Entwicklungsprojekten den Hebel anzusetzen, anstatt hinterher eine Sprachquote in Primarklassen zu fordern», sagt Müller mit Hinweis auf die gestrige Grossratsdebatte.