Botanik
Weltrekord: Basler Forscher findet im Wallis Blüten auf 4500 Metern Höhe

Ein Basler Forscher hat im Wallis ob Saas Fee auf über 4505 Metern über Meer einen Rekordfund gemacht: Er fand Blüten. Diese wachsen am vermutlich am kältesten Standort der Welt und sind zudem die höchstgelegenen je dokumentierten Blüten Europas.

Merken
Drucken
Teilen
Forscher Christian Körner fand die Blüten auf dem 4505 Meter hohen Domgipfel

Forscher Christian Körner fand die Blüten auf dem 4505 Meter hohen Domgipfel

Uni Basel/Christian Körner

Bei der ausserordentlich kälteresistenten Pflanze handelt es sich um das Gegenblättrige Steinbrech, wie die Universität Basel am Dienstag mitteilte. Diese Pionierpflanze erträgt auch extremen Frost, und ihr reichen zum Überleben schon 600 Stunden im Jahr mit Temperaturen über drei Grad Celsius.

Am Fundort auf 4505 Metern Höhe unter dem Dom der Mischabel- Gruppe liegt nur gerade während zwei Monaten im Jahr kein Schnee. Gemäss Messungen von Professor Christian Körner von der Uni Basel frieren die Pflanzen auch dann jede Nacht ein, während es tagsüber mit Sonnenschein in ihrer Nische kurz bis 18 Grad warm werden kann.

Hochgeblasene Blütenpracht

Botaniker Körner, dessen Dokumentation in der Zeitschrift «Alpine Botany» publiziert wurde, hat im erstaunlich grossen, wohl mehrere Jahrzehnte alten Steinbrech-Blütenkissen auch tierisches Leben gefunden: Zwischen den abgestorbenen Blättern tummelten sich Springschwänze, Verwandte der so genannten Gletscherflöhe.

Die Forscher nehmen an, dass das Rekord-Steinbrech am Dom kaum selber keimfähige Samen ausbilden kann. Wahrscheinlich habe der Wind Samen dorthin hoch getragen, hiess es weiter.

Schon zuvor war der höchste dokumentierte Blütenstandort Europas ebenfalls am Dom gewesen, wo 1978 rund 55 Höhenmeter tiefer eine andere Steinbrech-Art gefunden worden war. Am Himalaya gibt es zwar Blütenpflanzen bis auf 6300 Meter Höhe, doch ist es dort laut Körners Studie wärmer als am Dom im Wallis. (sda/rsn)