Natürlich liess sich Roger Brennwald diese Chance nicht entgehen. Wenn ein Weltstar wie Amy Macdonald sich selber als Showact anbietet, dann muss man nicht lange überlegen, sondern sofort handeln. Und das hat Brennwald getan. Der Swiss-Indoors-Präsident kontaktierte die Plattenfirma der Sängerin, Universal Music, und verpflichtete sie für die offizielle Eröffnung der Swiss Indoors am heutigen Super Monday.

Dass es überhaupt so weit gekommen ist, ist auf Macdonald selbst zurückzuführen. Als sie im März in Zürich ein Konzert gibt, bringt sie einmal mehr ihre grosse Sympathie für die Schweiz zum Ausdruck, sagt, wie sehr sie das Land möge. Und dass Roger Federer «der beste Tennisspieler aller Zeiten ist», auch wenn die Schottin betonen musste, dass zu diesem Zeitpunkt ihr Landsmann Andy Murray die Nummer 1 ist. Doch vor allem der darauffolgende Satz lässt Brennwald aufhorchen. Ob Macdonald wusste, dass er ihrem Konzert beiwohnte, ist nicht überliefert. Und doch findet sie beim Basler Turnier-Präsidenten den perfekten Adressaten für ihre Message. «Eventuell», meinte sie, «bekomme ich mal die Möglichkeit, in einem sportlichen Rahmen aufzutreten.» Es ist der Traum der so sportfanatischen 29-Jährigen. Und heute wird er Realität.

Amy Macdonald - This Is The Life

Amy Macdonald - This Is The Life

Ungewohnte Kooperation

Gemeinsam mit der Basler Sinfonietta wird die Singer-Songwriterin die diesjährigen Swiss Indoors einläuten. «Von einem Extrem ins andere», schreibt die Sängerin gestern auf Twitter und spielt damit auf ihre Kooperation mit dem Basler Orchester an – und auf ihren Akustik-Auftritt in Paris von Samstagabend. Beides ist Neuland für die 29-Jährige, die sich für gewöhnlich selbst mit der Gitarre begleitet. Als Teenagerin brachte sie sich das Spielen des Instruments selber bei, schrieb schon damals ihre eigenen Songs und präsentierte diese mit 15 Jahren ein erstes Mal auf einer Bühne. Fünf Jahre später, im Jahr 2007, veröffentlichte sie ihr erstes Album und schaffte den sofortigen Durchbruch. Songs wie «This is the life» oder «Mr. Rock and Roll» waren riesige Hits. Ersterer war über zwei Jahre in den Schweizer Charts vertreten.

Ohnehin ist die Verbindung der Autodidaktin zur Schweiz eine spezielle. Seit Jahren tritt sie regelmässig hier auf. Das Moon & Stars in Locarno beispielsweise beehrte sie schon drei Mal, und auch in Basel war sie schon zu bestaunen, als sie 2007 und 2014 an der Baloise Session spielte. Mit ihren Auftritten in der Schweiz will sich die Schottin bedanken, weil die Schweizer zu den Ersten gehörten, die an sie glaubten, wie sie einst sagte. Dafür lässt sie sich sogar auf Experimente ein, wie mit der Sinfonietta zu spielen. Um eine perfekte Show hinzulegen, probte Macdonald gestern noch mit dem Orchester. Durch die Zusammenarbeit passt ihre Radio-Pop-Rock-Musik besser in den Rahmen des Basler Tennisturniers. Für dessen Grand Opening setzten die Organisatoren in der Vergangenheit eher auf Klassik – wie mit der Mezzosopranistin Katherine Jenkins – oder auf Klassiker. So unterhielten in den letzten Jahren auch grosse Namen wie Paul Anka oder Udo Jürgens das Publikum vor dem ersten Hauptrunden-Spiel des ATP-500-Turniers.

Kennt Amy Macdonald den berühmtesten Schweizer Berg?Die Hauptstadt? Und die Fussballer?

    

Zweiseitige Wunschliste

Untergebracht ist Macdonald genauso wie die Spieler und deren Entouragen im Le Plaza am Messeplatz. Um sich dort auch wirklich wohlzufühlen, hat sie vorab eine zweiseitige Liste mit Spezialwünschen bei den Turnierorganisatoren deponiert. «Ihre Ansprüche sind, wie dies bei Sängern und Schauspielern immer der Fall ist, höher als jene von Tennisspielern. Zu den Wünschen gehören beispielsweise Ginger oder spezielle Tees, die gut sind für die Stimme», wie Patrick Ammann, Managing Director des Turniers, erzählt. Natürlich würden diese erfüllt.
Nach der verletzungsbedingten Absage Rafael Nadals ist Amy Macdonald schliesslich der letzte grosse Name des Eröffnungstages und das Zugpferd. Selbsteinladung sei dank.