«Wer Klamauk erwartete, wurde enttäuscht.» So fasste eine Studentin die Podiumsdiskussion um die Weltwoche-Diskussion am Mittwochabend zusammen. Auf dem Podium in der Aula der Universität Basel debattierten der Student Düzgün Dilsiz, der Professor für theoretische Philosophie Markus Wild sowie Weltwoche-Chefredaktor und SVP-Nationalrat Roger Köppel über universitäre Freiheit und mediale Verantwortung.

Der ausschlaggebende Grund für den Anlass war ein Antrag, den Dilsiz im Studierendenrat gestellt hatte: Er forderte die Skuba dazu auf, das Rektorat zu überzeugen, die Auslage der Weltwoche-Gratis-Exemplare künftig zu unterbinden. Tatsächlich verlief die Diskussion ohne jeglichen Hang zum Lächerlichen, sachlich und konstruktiv. Weder argumentierte Köppel den Studenten Dilsiz an die Wand, noch verloren sich die Podiumsteilnehmer in theoretischen Grundsatzdebatten oder pauschalen Beschuldigungen. Das lag auch an den einordnenden Wortbeiträgen von Markus Wild. Er erörterte die medialen Strategien im Allgemeinen und die Doppeldeutigkeit einzelner Weltwoche-Artikel im Einzelnen.

Köppel, der mit Abstand die meiste Redezeit beanspruchte, lobte die kritische Auseinandersetzung der Studierenden und ging auf Kritik ausführlich ein, liess aber keine Gelegenheit aus, Werbung für seine Zeitung zu machen: «Schauen Sie sich die neue Ausgabe der Weltwoche morgen mal an. Es wird Sie sicher bereichern.» Am Ende des Podiums erklärt Dilsiz schliesslich für einmal detailliert den genauen Inhalt des Antrags: «Dass die Weltwoche neben all den anderen Zeitungen auch ausliegen kann, war nie die Frage. Nur die Gratisexemplare waren Bestandteil des Antrags.» Somit hat die Debatte einen konstruktiven Abschluss gefunden.

Einziger Störenfried war gemäss «Tele Basel» der rechtspopulistische ehemalige Grossrat Eric Weber, der den Saal nach wenigen Minuten verliess. Noch vor Beginn der Veranstaltung tat er seinem Unmut gegenüber SVP-Nationalrat und Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel kund:

«Köppel ist ein Feigling»: Eric Weber zieht über den Weltwoche-Chefredaktor her.