Die Debatten um die Universität im Landkanton haben im Grossen Rat in der Stadt zu einem beinahe kompletten Schulterschluss geführt. Misstöne gab es nur wenige. Am Morgen standen Studenten vor der Türe und protestierten gegen Sparmassnahmen. Tonja Zürcher (Basta) war für eine Rückweisung der Leistungsvereinbarung für die nächsten vier Jahre. Die ganz Linken wollten ein absolutes Bekenntnis der Regierung, dass bei der Uni unter keinen Umständen gespart werde. Damit standen sie alleine auf weiter Flur und scheiterten überdeutlich mit 7 zu 81 Stimmen.

Die Debatte drehte sich dann auch um ganz andere Fragen. So wollte die SVP mehr Geld von anderen Kantonen. Ihr Sprecher sagte: «Es müssen klar mehr Ausgleichszahlungen fliessen. Das wird aber schwierig, weil die Unikantone in der Minderheit sind.» Pascal Messerli freute sich aber darüber, dass es der Uni erneut gelungen ist, mehr Drittmittel zu akquirieren. Kritik übte Messerli an Nationalrat Christoph Eymann (LDP), der sich in den letzten Wochen mit deutlichen Worten an die Adresse der Uni-Kritiker in Baselland gewandt hatte: Es gelte Rücksicht auf «die subjektiven Empfindungen der Baselbieter» zu nehmen, meinte Messerli.

Allerdings hatte auch die SVP ein diesbezügliches Anliegen, und zwar was die Unterstützungszahlungen durch die Stadt betrifft: «Es kann nicht angehen, dass der Kanton Basel-Stadt davon ausgeht, dass die 80 Millionen abgeschrieben sind. Wenn es dem Kanton Baselland besser geht, muss man Wege finden, das Geld zurückzubekommen.»

Conradin Cramer, Erziehungsdirektor

«Ich danke Ihnen für Ihre Einheitlichkeit hier drinnen.»

Conradin Cramer, Erziehungsdirektor 

Kritik von Links

Sibylle Benz, die Fraktionssprecherin der SP, brachte den Frust ihrer Partei zum Ausdruck, dass man den Baselbietern erneut entgegenkommen müsse, um diese bei der Stange zu halten. «Es ist ein Trauerspiel, was hier läuft. Bei unserem Partner fehlt das Verständnis und der Weitblick.» Sie zog gar gewagte historische Parallelen zur Zeit des Absolutismus’, in der es normal gewesen sei, dass Behörden den Universitäten in ihre Arbeit reingeredet hätten. «Ich dachte, wir sind weiter als vor 400 Jahren.» Da aber die nun vorliegende Lösung «die Beste unter allen schlechten Möglichkeiten» sei, werde die SP zustimmen. Einige würden sich aber auch enthalten, um ein Zeichen zu setzen. Das taten dann auch 16 Grossräte. Vier stimmten gegen die Leistungsvereinbarung und 74 dafür.

Trotz aller im Ratsplenum geäusserten Kritik, der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) war froh über den Support aus dem Parlament. «Ich danke Ihnen für Ihre Einheitlichkeit hier drinnen», sagte er. Das sei nicht nur wichtig für die Uni und ihre Entscheidungsträger.

Sondern auch für die Basler Regierung, die nun «mit gestärktem Rücken» in die Verhandlungen über die nächste Leistungsperiode steigen könne. Was die scharf geführten Debatten der letzten Zeit angeht, meinte Cramer: «Man tut den schrillen Tönen vielleicht auch zuviel Ehre an, wenn man sie ganz so schrill wahrnimmt.» Und fügte an: «Um die deutsche Bundeskanzlerin zu zitieren: Am Ende ist die gemeinsame Trägerschaft der Uni schlicht ‹alternativlos›.»