Burkaverbot
Wenig Zuspruch für Mario Fehr in Basel

Mit seinen Sympathiebekundungen für ein Burkaverbot liess der Zürcher SP-Regierungsrat Mario Fehr den Puls in allen politischen Lagern hochschnellen. Aus den eigenen Reihen hagelte es Kritik, auch aus Basel.

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SP-Regierungsrat Mario Fehr hat kein Verständnis für verschleierte Touristinnen. (Archiv)

SP-Regierungsrat Mario Fehr hat kein Verständnis für verschleierte Touristinnen. (Archiv)

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

«Ich finde es daneben, wie Fehr der SVP hinterher watschelt», sagte etwa SP-Grossrätin Sarah Wyss zur «Basler Zeitung». SP-Nationalrätin Silvia Schenker hat «grosse Mühe» mit Fehrs Aussagen, sagt aber auch, es gebe innerhalb der SP durchaus Mitglieder, die Fehrs Meinung teilen.

Mit seinen Äusserungen macht sich Fehr auch bei Organisationen unbeliebt, die die Schweiz im Ausland als Ferienziel zu vermarkten versuchen. «Aus touristischer Sicht würde ein Burkaverbot nicht gerade Gastfreundlichkeit signalisieren», sagt Christoph Bosshardt, Marketingchef von Basel Tourismus, auf Anfrage. Für die Arbeit der Basler Touristiker hätte ein Burkaverbot laut Bosshardt aber weniger gravierende Auswirkungen als für andere Städte: Basel spiele im arabischen Raum nur eine untergeordnete Rolle. Arabische Gäste finden sich jeweils an der Baselworld. Von der Uhren- und Schmuckmesse wollte gestern niemand zum Thema Stellung nehmen.

Die bürgerlichen Kandidaten für die Basler Regierungsratswahl äussern keine Sympathie für ein Verbot der Burka. Lukas Engelberger (CVP) würde sie nicht verbieten, da dies einen unnötigen Eingriff in die Freiheitsrechte darstellen würde. «Persönlich empfinde ich Burkas aber als fremd und unsympathisch», teilt er schriftlich mit. Conradin Cramer (LDP) und Baschi Dürr (FDP) halten ebenfalls beide nichts von einem staatlichen Verbot einzelner Kleidungsstücke.
Nicht festlegen will sich Lorenz Nägelin (SVP): Erst müsse untersucht werden, ob ein Verbot auf nationaler Ebene umsetzbar wäre. Er verstehe aber die Meinung von Herrn Fehr. (mwa)