Unfallstatistik

Weniger Autounfälle als im Vorjahr – dafür deutlich mehr Unfälle mit E-Velos

E-Bikes sind auf Basler Strassen immer häufiger in Unfälle verwickelt. (Symbolbild)

E-Bikes sind auf Basler Strassen immer häufiger in Unfälle verwickelt. (Symbolbild)

In Basel verunfallten letztes Jahr 54 Prozent mehr E-Bike-Fahrer. Erstmals wurden E-Trottinetts separat erfasst.

Die Unfallzahlen im Kanton Basel-Stadt sanken im vergangenen Jahr generell. Doch eine Kategorie schert aus: die E-Bike-Fahrer. 2019 gab es 42 Unfälle, an denen E-Velofahrer beteiligt waren. Das entspricht einer Zunahme von 54 Prozent gegenüber dem Durchschnitt aus den drei vorhergehenden Jahren. Diese Zahlen gehen aus der gestern veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Basel-Stadt hervor.

Es ist ein Trend, den Polizeien in der ganzen Schweiz feststellen. «Bei der grossen Zunahme dürfte die zunehmende Verbreitung von E-Bikes und im letzten Jahr auch der historisch schöne Sommer eine Rolle gespielt haben», sagt der Basler Polizeisprecher Toprak Yerguz. Bei den oft gescholtenen, im Polizeisprech «nicht-motorisiert» genannten Velofahrern, die vom schönen Wetter wohl ebenfalls auf die Strasse gelockt wurden, nahmen die Unfälle allerdings leicht ab.

Zwei tote Velofahrende auf Basler Strassen

Insgesamt gab es letztes Jahr in Basel leicht weniger Verkehrsunfälle als im Jahr davor. 747 Unfälle wurden registriert, 30 weniger als 2018. 105 Personen verletzten sich schwer, 364 Menschen leicht. Zwei Personen verloren auf Basler Strassen ihr Leben. Es waren zwei Velofahrende: Eine 74-Jährige starb bei einem Selbstunfall, der 71-jährige Umweltaktivist Martin Vosseler wurde auf dem Velo vom Hinterrad eines vorbeifahrenden Lastwagens erfasst.

Autofahrer sind weniger verunfallt als im Jahr zuvor. Aus der Verkehrsunfallstatistik gehe hervor, dass über alle Verkehrsteilnehmer hinweg Missachtung der Vortrittsregeln zu einer Vielzahl von Unfällen geführt habe, schreibt die Polizei. Konkret geschahen auf diese Art 160 Unfälle. Zu nahes Aufschliessen sei bei 83 Unfällen eine Ursache gewesen, ein Fahrstreifenwechsel bei 71 Unfällen. Die Abnahme bei Unfällen mit mangelndem Abstand könne mit immer weiter verbreiteten Assistenzsystemen zusammenhängen, sagt Polizeisprecher Yerguz.

Die Altersverteilung bei Autounfällen birgt Überraschendes. Letztes Jahr nahmen im motorisierten Verkehr vor allem die Unfälle mit 75- bis 84-Jährigen zu – um 20 Prozent im Vergleich zu den drei vorherigen Jahren. Bei den 18- bis 24-Jährigen resultierte hingegen eine Abnahme von 7,8 Prozent. Dennoch ist die ältere Altersgruppe weiterhin deutlich weniger an Unfällen beteiligt.

Obwohl der Anteil an Verkehrsunfällen in Verbindung mit Alkohol immer mehr abnimmt, blieben betrunkene Verkehrsteilnehmer eine bedeutende Unfallursache. Bei insgesamt 70 Unfällen sei zu starker Alkoholkonsum eine Unfallursache gewesen, schreibt die Polizei.

Erstmals wurden letztes Jahr E-Trottinett-Fahrer separat erfasst. Sie waren in acht Unfälle verwickelt – dabei wurden zwei Personen schwer und sieben leicht verletzt. Alle Unfälle fanden laut Polizei zwischen 18.30 und 3.30 Uhr statt – in fünf Fällen hatten die Lenker Alkohol getrunken. Das Alter der verunfallten E-Trottinett-Fahrer lag zwischen 25 und 51 Jahren. Polizeisprecher Yerguz: «E-Trotti sind keine Spielzeuge, das haben die Unfälle im vergangenen Jahr gezeigt.»

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