Die Kriminalität im vergangenen Jahr bewertete der Erste Staatsanwalt Alfredo Fabbri vor den Medien als "insgesamt relativ stabil". Im Vorjahresvergleich seien viele Schwankungen "wohl zufällig"; dazu komme eine gewisse Dunkelziffer.

Verstösse gegen das Strafgesetzbuch (StGB) machten weiter den Löwenanteil aller Straftaten aus: Davon wurden im vergangenen Jahr im Stadtkanton mit 20'617 Straftaten sechs Prozent weniger registriert als 2017. Das Betäubungsmittelgesetz betrafen daneben 3637 Verstösse, was ein Minus von acht Prozent bedeutet.

Die Aufklärungsquote stieg leicht, unter dem Strich bei StGB-Taten um 1,6 Punkte auf 37,9 Prozent. Bei Drogendelikten legte sie im Schnitt auf 96,9 Prozent zu - bezogen auf jene Delikte, von denen die Strafverfolgungsbehörden überhaupt erfahren.

Weniger Gewaltdelikte

Die gebündelte Zahl der verschiedenen Gewaltstraftaten sank um vier Prozent auf 2427 Delikte. Warum diese im Stadtkanton sank, während sie landesweit um fünf Prozent stieg, konnte Kriminalpolizeichef Hans Ammann nicht erklären.

Dass darunter Körperverletzungen um 23 Prozent auf 385 Fälle abnahmen, führte er auch auf gezielte Polizeipräsenz an Hotspots zurück. Um 17 Prozent auf 734 legten hingegen die Fälle der leichteren Kategorie Tätlichkeiten ("Kläpper-Fälle") zu.

Der Grossteil der StGB-Fälle waren indes mit 70,5 Prozent (14'542 Fälle) erneut Vermögensdelikte. Auf Delikte gegen die Freiheit - dazu zählt auch Hausfriedensbruch bei Einbrüchen - entfielen 11,9 Prozent der Fälle (2449), auf Delikte gegen Leib und Leben 6,8 Prozent (1396). Ein Mensch war 2018 getötet worden, drei 2017.

Quer zum nationalen Trend lag Basel-Stadt auch bei den Betrugsfällen mit fünf Prozent weniger; schweizweit legte diese Kategorie um 23 Prozent zu. Auch dies war für Ammann nicht plausibel erklärbar, zumal etwa die Internetkriminalität europaweit zulege.

Weniger Drogenfälle

Die Zahl der Drogendelikte hängt unter anderem von den polizeilichen Kapazitäten für Ermittlungen ab. Diese Fälle kämen meist nicht als Anzeigen herein, sondern man müsse sie erst ermitteln, sagte Thomas Homberger, Leiter des Betäubungsmitteldezernates.

Dabei nähmen zwei Hindernisse zu: Mit zunehmenden Verschlüsselungsmöglichkeiten bei der elektronischen Kommunikation könnten sich auch Kriminelle tarnen; dazu kämen immer höhere rechtliche Anforderungen für bestimmte Ermittlungsmethoden.

Nach Drogenart sieht Homberger den Trend zu Stimulanzien - darunter Kokain - bestätigt. Den Boom des legalen CBD-Hanfs sieht er schon am Abflauen; die Abgrenzung zum illegalen THC-Hanf mache in der Praxis kaum Schwierigkeiten.

Dafür bedeuteten zwei Fälle von Crystal Meth, dass diese gesundheitlich gefährliche Droge "vermutlich angekommen" sei. Ein Produktionslabor davon habe man im Stadtkanton bisher nicht ausgehoben.