Vogel Gryff
Wenn der Ueli rasselt, kreischen die Kinder

Der Gryff, der Wild Maa und der Leu tanzten heute durchs Kleinbasel. Kinder strahlten um die Wette, rannten durch die Gassen und gaben alles, um trotz Druggede einen Blick auf die Tänze zu erhaschen. Vor allem aber füllten sie die Kässeli der Uelis.

Noemi Lea Landolt
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Der Vogel Gryff beginnt für viele Basler Schulkinder und Kindergärtler beim Wild-Maa-Horst. Oberhalb des Rheins stehen sie Schlange für einen Schnägg. «Voilà», sagt der Mann mit den weissen Stoffhandschuhen und dem schwarzen Hut. Er reicht einem nach dem anderen das süsse Gebäck. Hinter ihm stapeln sich die leeren Kartonkisten. Die Kinder bedanken sich und essen den Schnägg in grossen Bissen. Ist das fein! Das Gebäck ist auch eine willkommene Stärkung. Schliesslich wollen die Kinder vor dem Wild Maa beim Kleinen Klingental ankommen, damit sie den ersten Tanz nicht verpassen. Sie müssen zu Fuss also schneller sein als der grüne Wilde auf dem Rhein.

Das Rheinufer gleicht einem Meer aus farbigen Wollkappen. Viele Kinder und ein paar Erwachsene blicken gespannt zum Wasser. Dort schaukelt das Floss des Wilden Mannes. Alles ist bereit.

Warten auf den Startschuss

Glöcklein klingen vom Weg oberhalb des Rheins. «Dr Ueli!» Die Kinder kreischen. Der rot-weisse Ueli streckt seinen Arm in die Luft und schüttelt das Kässeli. «Ueliiiii!» Die Kinder winken, rufen und scharen sich um ihren Helden. Jeder möchte einen Batzen ins Kässeli werfen. Das Floss vergessen sie für den Moment. Später schaut auch noch der blau-weisse Ueli beim Wild-Maa-Horst vorbei. «Jetzt haben wir schon zwei Uelis gesehen», freuen sich die Kinder.

Rauch steigt auf. Der Ofen auf dem Floss ist eingeheizt. Der Wilde Mann setzt sich den Efeukranz auf den Kopf. Er wird von zwei Tambouren, zwei Bannerherren mit ihren Fahnen und den Kanonieren begleitet. Ein paar Zuschauer wechseln noch ein letztes Mal den Platz. Was, wenn die Sicht weiter vorne doch besser ist?!

Das Floss wird losgebunden, das Brett, das als Einstieghilfe diente, eingefahren. Der Wilde Mann wärmt sich auf, tritt von einem Fuss auf den anderen. Dann schultert er sein Tännchen.

Der Vogel Gryff tanzt auf der Mittleren Brücke.
30 Bilder
Der Wild Maa auf dem Weg zum nächsten Tanz.
Der Wild Maa tanzt vor 3E-Spielchef Andreas Lehr.
Die grossen Sprünge des Leu.
Das Publikum schaut gebannt zu.
Gruss vom Spielchef.
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Ein Ueli sammelt Geld.
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Vogel Gryff
Die Schülerinnen und Schüler erhalten, bevor es offiziell los geht, ein Zmoorge.
Die Kinder freuen sich über den Ueli.
Dann gehts schon bald los!
Gespannt warten Klein...
...und Gross auf das Floss.
Die Zuschauer sind trotz der Kälte zahlreich erschienen.
Die Menge wartet gespannt auf den Tanz auf der Mittleren Brücke.

Der Vogel Gryff tanzt auf der Mittleren Brücke.

Kenneth Nars

Pädäng!

Der erste Böller geht durch Mark und Bein. Die Tambouren setzen sofort ein, der Wilde Grüne beginnt zu tanzen – mit dem Rücken zum Grossbasel, wie es sich gehört. Das Floss zieht davon. Pädang! Die Kinder kreischen. Einige haben einen farbigen Pamir auf den Ohren. Sie schauen dem Floss nach. Padäng! Unter der Brücke sind die Böller besonders laut. Dann verschwindet das Floss und es ist nur noch weisser Rauch zu sehen.

Wer es noch vor dem Wild Maa ins Kleine Klingental schaffen will, muss jetzt ziemlich schnell gehen. Die Kindergärtler nehmen es gemütlich. In Zweierkolonnen hüpfen sie dem weissen Rauch und den lauten Böller nach.

Je näher die Mittlere Brücke kommt, desto grösser wird das Gedränge. Einige versuchen gar nicht erst, sich bis zum Kleinen Klingental durchzudrücken. Sie bringen sich lieber jetzt schon in der Oberen Rheingasse in Position, weil sie wissen, dass der Leu, der Gryff und der Wilde Mann nach dem Tanz vor Peter Stalder, dem Vorsitzenden Meister zum Rebhaus, hier tanzen werden.

Unterdessen hat es angefangen zu schneien. Dazu weht ein eisiger Wind. «Tschuldigung!» Eine Gruppe Kinder versucht, sich an den Erwachsenen vorbei nach vorne zu drücken. Sie stehen auf die Zehenspitzen, recken ihre Hälse in die Luft. Viel sehen werden sie trotzdem nicht. Da haben es die ganz kleinen besser: Sie strecken einfach beide Ärmchen in die Luft. Das unmissverständliche Zeichen für Mama oder Papa, sie auf die Schultern zu heben.

Der Vorsitz des Spiels hatte dieses Jahr die Gesellschaft zum Rebhaus. Um die abgesperrte Fläche auf der Mittleren Brücke scharen sich die Zuschauer. Noch dauert es fast eine halbe Stunde, bis die drei Ehrentiere vor dem 3E-Spielchef Andreas Lehr tanzen.

Der Leu geniesst sein Auftritt

«Ueliii!» Auf die freundlichen Helden mit den Glöckchen am Kostüm ist auch vor diesem wichtigen Tanz Verlass. Gleich alle drei versüssen den Kindern die Wartezeit. Sie lassen die Münzen im Kässeli klingen, und die Eltern suchen einen Batzen für den Nachwuchs.

«Wie spät ist es?», wollen drei Mädchen wissen. «Fünf vor zwölf.» Noch fünf Minuten. «Wenn Du die Trommeln hörst, nehme ich dich auf die Schultern», sagt ein Vater seiner Tochter.

Stolz marschieren die Ehrenzeichen auf die Brücke. Der Wild Maa voraus, gefolgt vom Leu und dem Gryff. Der erste Tanz gehört dem Leu. Er grüsst, springt hin und her, dreht Pirouetten in der Luft. Der Wilde Mann tanzt steifer, schwingt dafür sein Tännchen durch die Luft. Am majestätischsten ist der Gryff mit seinen riesigen Flügeln. Mit erhobenem Kopf schreitet er über die Brücke, bewegt dabei den Arm auf und ab. Ganz vorne bei den Kindern dreht er sich einmal im Kreis. Oh nein! Sein Flügel streift dabei fast einen Buben. Er kreischt, duckt sich weg. Da ist ihm der Ueli doch lieber.