Es beginnt bei Schimpfworten und geht bis zum Faustschlag mitten ins Gesicht. Die Notfallstationen des Zürcher Universitätspitals und des Berner Inselspitals haben vermehrt mit Fällen verbaler und körperlicher Gewalt gegen das Personal zu kämpfen, wie «srf.ch» berichtete.

Auch in den Basler Spitälern ist die Tendenz zu aggressivem Verhalten spürbar. So vermerkt das Universitätsspital Basel eine Zunahme von Zwischenfällen in den vergangenen Jahren: «Das hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, dass wir bei diesem Thema sensibler geworden sind und deshalb auch mehr Fälle gemeldet werden», wie Martin Jordan, Mediensprecher des Universitätsspitals Basel (USB), erklärt. In den Fällen, in denen Gewalt ausgeübt wird, ist meist Alkohol oder Drogeneinfluss mit im Spiel.

Nicht nur das USB ist betroffen

Auch das Claraspital verzeichnete in den letzten Jahren eine Tendenz, dass Androhungen von Gewalt gegenüber dem Personal auf der Notfallstation zunehmen. Dies trotz einem «strukturierten und praxisorientierten Alarmierungs- und Notfallkonzepts» zum Schutz der Patienten und Mitarbeitenden.

Auch dort, wo man es am wenigsten erwartet, kommt es vermehrt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen: bei den Kindern. Dies berichtet das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB). Ganz allgemein seien die Forderungen der Eltern gestiegen. Insbesondere dann, wenn sie zu lange warten müssen, werden sie ausfällig.

Land ist nicht derart betroffen

Im Kantonsspital Baselland nehmen die Übergriffe hingegen nicht zu. «Die Anzahl bleibt stabil bei 15 bis 20 Vorfällen pro Jahr und Standort», sagt Anita Kuoni, Assistentin CEO der Medienstelle Kantonsspital Baselland. Allerdings sei auch auf dem Land der allgemeine Trend spürbar, dass Patienten eine ständige Verfügbarkeit erwarten. Wie auch im Universitätsspital sind die gewalttätigen Fälle hier vor allem unter Alkohol oder Drogeneinfluss entstanden.

Die Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) verzeichnen sogar eine tendenzielle Abnahme an Gewaltvorkommnissen. Jolanda Eggenberger, stellvertretende Leiterin Kommunikation UPK, sagt dazu: «Die Entwicklung führen wir auf die fortlaufende Prozessoptimierung und die grosse Erfahrung unseres Personals im Umgang mit fremdaggressiven Patienten zurück.» Die Mitarbeitenden werden gezielt in Aggressionsprävention und Deeskalation ausgebildet.

Basler Spitäler rüsten auf

Die Basler Spitäler haben erkannt, dass sie handeln müssen: Sie investieren nun in die Sicherheit ihres Personals. So ist im Universitätsspital ein Mitarbeiter des hausinternen Sicherheitsdienstes permanent im Notfallzentrum zugegen. Am Wochenende sind es sogar zwei Angestellte. Ausserdem setzten die Spitäler vermehrt auf Systeme, mit denen das Personal rasch um Hilfe rufen kann.

Am wichtigsten sei jedoch die Schulung des Personals im Bereich Deeskalation von heiklen Situationen und in proaktiver Kommunikation. So könnten die meisten Ausbrüche bereits im Ansatz entschärft werden.