Aggression

Wenn Retter zu Opfern werden - Gewalt gegen die Basler Feuerwehr

In Basel sind in der Nacht auf Sonntag Feuerwehrleute von Krawallbrüdern attackiert worden, als sie ein Feuer löschen wollten, das vor einem besetzten Haus entfacht worden war. Derartige Übergriffe finden nicht zum ersten Mal statt.

Feuerwehrmann, ein Traumberuf mit blütenweissem Image: muskelbepackte Retter in der Not, Helden, die Rauch und Feuer trotzen und das – in unseren Breitengraden – auch noch zu einem respektablen Lohn. Kein Wunder will jeder kleine Junge Feuerwehrmann werden, und gelten die Floriansschützlinge bei den Damen als heiss auch im übertragenen Sinne. Wer kann gegen diese mutigen Kerle – und neuerdings auch Damen – eigentlich etwas haben?

Offenbar gibt es Leute, die so grundsätzlich gegen den Staat und seine Organe sind, dass das auch die Feuerwehr mit einschliesst. Jüngstes Beispiel: In der Nacht auf Sonntag entzünden Partygänger und Hausbesetzer vor der besetzten «Alten Post» in der St. Johannsvorstadt ein Feuer. Auf dem Trottoir und der Strasse. Die Feuerwehr rückt an, um diesem gefährlichen Teil des illegalen Treibens ein Ende zu bereiten und wird mit Wurfgeschossen attackiert. Die Polizei schreitet ein, es gibt eine kurze Strassenschlacht und der Spuk ist vorbei.

Klare Rechtslage

«Wir verurteilen jeden Angriff auf Einsatzkräfte», sagt Andreas Knuchel, der Sprecher des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements. Er lässt aber durchblicken, dass natürlich, wie auch in der breiten Bevölkerung, das Unverständnis besonders gross ist, wenn es Retter trifft. «Rechtlich gesehen ist das Gewalt gegen Beamte», stellt Knuchel fest, also der selbe Straftatbestand, wie ein Angriff auf Polizisten, oder Drämmler, oder Sanitäter.

Dass sich die Angriffe auf die Feuerwehr häufen würden, könne man nicht sagen, aber sie seien so verbreitet, dass ihre Abwehr geübt würde, in der Ordnungsdienst-Ausbildung der Polizei. «Die Feuerwehr und die Polizei üben in der Ausbildung, wer in kritischen Situationen wo steht, wer wen schützt und wie man mit solchen Situationen umgeht».

Im Extremfall führe das dazu, dass die Einsatzleitung der Polizei bei Ausschreitungen die Feuerwehr auch einmal zurückhalten müsse. «Wenn ein Einsatz nicht möglich ist, weil die Feuerwehrleute nicht genügend geschützt werden können, findet er erst statt, wenn die Polizei dafür grünes Licht geben kann.» Situationen, bei denen Feuerwehrleute sogar durch Angreifer verletzt werden, wie etwa anlässlich der «Schande von Basel», der Fussballkrawalle von 2006, seien aber zum Glück selten.

Und eben doch alltäglich genug, dass auf den Feuerwehrfahrzeugen mittlerweile Laser-Schutzbrillen liegen, wie sie auch die Polizei benutzt. Denn starke Laserpointer, deren Einsatz zu schweren Augenverletzungen führen kann, gehören ebenso zum Arsenal der Krawallbrüder aller Couleur wie der gute alte Pflasterstein.

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