Fussball
«Wer das Stadion betritt, taucht in eine einzige FCB-Welt ein»

Der FCB-Präsident Bernhard Heusler orientiert sich bei der Stadionvermarktung bei Hockey-Club SC Bern. Der generiert hier laut Heusler bereits «eindrückliche» 40 Millionen Umsatz. Er will aber nicht von heute auf morgen alles auf den Kopf stellen.

Leif Simonsen
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FCB-Präsident Heusler präsentiert die neuen Vereinsstrukturen. MTO

FCB-Präsident Heusler präsentiert die neuen Vereinsstrukturen. MTO

Martin Toengi

Herr Heusler, was ändert sich nun für den durchschnittlichen Jahreskartenbesitzer des FC Basel?Bernhard Heusler: In den nächsten Wochen und Monaten noch nichts, zumindest nichts Sichtbares. Ein FCB-Match soll auch durch die Übernahme der Vermarktungsrechte nicht zu einem überkommerzialisierten Event verkommen. Im Zentrum steht weiterhin der Fussball. Über längere Sicht ist es aber unser Ziel, dass der FCB im Stadion noch präsenter wird. Wer es betritt, soll in eine einzige FCB-Welt tauchen. Bisher war diese Welt zweigeteilt. Basel United betreute bis anhin die Stadionpartner, etwa die Logeninhaber. Das ist nun alles in der Hand des FCB.

Orientieren Sie sich an nationalen oder internationalen Vorbildern?
Ja, und zwar nicht nur im Fussball. Der SC Bern steht beispielsweise vor der Herausforderung, den Fans auch während der sportlich nicht so relevanten Eishockey-Qualifikation 50 Spiele lang etwas zu bieten. Der SCB hat neben dem Eishockey ein Standbein im Catering-Bereich aufgebaut. Hier soll er mittlerweile eindrückliche 40 Millionen erwirtschaften.

Sie sprechen die Gastronomie an. Was planen Sie in diesem Bereich mit dem FC Basel?
Wir werden nicht alles von heute auf morgen auf den Kopf stellen, aber wir werden zukünftig konzeptioneller vorgehen. Zum einen schwebt uns vor, die Betriebe im Stadion noch ein bisschen «FCB-mässiger» auszustatten. Zum anderen wollen wir sicher auch ausserhalb des Stadions dereinst etwas bieten – eine zweite, kulinarische FCB-Welt.

Können sich die Basler auf eine FCB-Bierstube am Barfüsserplatz freuen?
Solche Pläne sind noch zu wenig konkret, als dass ich mich dazu äussern würde. Wir müssen behutsam vorgehen und nicht das Gefühl haben, dass das FCB-Label auch in der Gastronomie automatisch Erfolg bringt. In dieser Branche kann man zwar viel Geld verdienen – aber man kann ebenfalls Unmengen verlieren.

Warum läuft es denn beim SC Bern so gut, den Sie als Vorbild genannt haben?
Auch der SCB hat sich dieses Standbein vorsichtig aufgebaut. Bevor er in die Stadt expandierte, sammelte er im eigenen Stadion Erfahrungen. Das hat mich beeindruckt, als ich die Heimspiele des SCB besuchte: Hier gibt es eine richtige Beizenkultur. Wir hatten bisher die beiden Beizen «Uno» und «Hattrick», neu sind jetzt zusätzlich alle Caterer mit einem Vertrag mit dem FCB ausgestattet worden.

Wie viel finanzielles Potenzial sehen Sie in der Gastronomie?
Ich wage keine Prognosen. Wir haben uns für diesen Schritt jedoch nicht nur entschieden, weil wir neue Märkte erschliessen wollen. Wir streben auch einen Effizienzgewinn an. Als das Stadion vor 12 Jahren in Betrieb genommen wurde, wollte jeder Beteiligte in irgendeiner Form präsent sein. Heute wollen nicht zuletzt die Sponsorenverantwortlichen einen einzigen Ansprechpartner. Dieser heisst zukünftig FC Basel.