Der Basler Gewerbeverband kürt seit 2009 den Lehrling des Jahres. Der Wettbewerb soll junge Menschen für die Lehre begeistern. Die Auszeichnung soll aber auch die belohnen, die stets gute Leistungen abrufen und andere sonst Qualitäten, wie etwa Sozialkompetenz mitbringen. Der Wettbewerb Lehrling des Jahres bewertet also auch die sogenannten Soft-Faktoren.

Der Gewerbeverband bewirbt seinen Wettbewerb unter www.lehrlingdesjahres.ch. Die Endung .ch suggeriert, dass ein solcher Preis schweizweit einmalig ist. Dies soll sich nun aber ändern. Denn nun ist die Webseite www.lehrlingdesjahres.net aufgeschaltet. Ausser Kontakt und Impressum lässt sich noch nichts anklicken. Hinter der Seite steht der Verein Lehrstellenbörse Schweiz. Dieser wiederum wird von Infoklick.ch der Kinder- und Jugendförderung Schweiz geleitet. Als Geschäftsführer waltet Markus Gander.

Gander ist vom Basler Preis begeistert: «Was mir gefällt ist, dass nicht nur Fachwissen, sondern auch weiche Faktoren wie Allgemeinwissen, Selbstvermarktung oder Sozialkompetenz bewertet werden», sagt er. Die Schweiz bilde zu wenig Lehrlinge aus. Gander will den Wettbewerb auch in anderen Kantonen durchführen, um auch dort die Attraktivität der Lehre, nicht zuletzt auch für technische Berufe, zu steigern.

Auch Zürich ist interessiert

Wie Gander gegenüber der bz ausführt, werden bis Ende Januar Kantone kontaktiert. «Dann schauen wir, wo das Interesse für einen solchen Wettbewerb vorhanden ist». Angefragt wurden und werden bis auf weiteres Zürich, Solothurn und Graubünden. Hinter dieser Auswahl stehen aber weniger strategische oder politische Überlegungen, sondern bestehende Kontakte mit Jugendförderern in besagten Kantonen.

Entsprechend sind erste Rückmeldungen positiv, wie Gander bestätigt. Auf der eigens kreierten Website würden die Wettbewerbe ausgeschrieben und koordiniert. Die Herausforderungen in den Kantonen wären aber anders als in Basel. Zürich hat dermassen viele Stifte, dass ein Wettbewerb für den ganzen Kanton die bestehenden Ressourcen überlasten würde. Gander sagt, dass man zu Beginn den Lehrling der Stadt Zürich oder Winterthur küren werde.

Das Wallis kürt 2014 bereits seinen ersten Lehrling des Jahres. Auf der Website www.lernendedesjahres.ch steht: «Nach dem Basler Vorbild suchen wir im 2014 erstmals die oder der Oberwalliser Lernende des Jahres. 12 Finalisten kämpfen um den Titel «Lernende des Jahres». Der Organisator des Walliser Wettbewerbs ist ein ehemaliger Arbeitskollege Ganders.

Bester Lehrling Schweiz als Vision

Gander meint, dass der Preis pro Ort und Jahr zwischen 50 000 und 70 000 Franken kosten werde. Finanziert werden soll der Wettbewerb durch die Kantone, Lotteriefonds und Stiftungen. Die Idee für den Wettbewerb haben Gander und Co von Reto Baumgartner. Der Vizedirektor des Basler Gewerbeverbands ist zuständig für den Preis Lehrling des Jahres. Er hatte die Idee und freut sich, dass der Preis nun auch in anderen Kantonen übernommen werden könnte.

Mit jedem Kanton, der einen Lehrling des Jahres kürt, wird Baumgartners Vision Schritt für Schritt Realität. Der Vizedirektor des Gewerbeverbandes wollte von Anfang an, dass der Wettbewerb schweizweit ausgetragen wird. Dazu Baumgartner: «Jede Region kürt ihren besten Lehrling und diese machen dann unter sich den Lehrling des Jahres Schweiz untereinander aus.»