Stadt versus Land

Wer hat die bessere Regierung?

Seit 1833 getrennt: Basel-Landschaft (l.) und Basel-Stadt. Was wäre wenn die beiden Halbkantone ihre Regierungen tauschen würden?

Seit 1833 getrennt: Basel-Landschaft (l.) und Basel-Stadt. Was wäre wenn die beiden Halbkantone ihre Regierungen tauschen würden?

Das heutige Stadt versus Land geht der Frage nach, was wäre, wenn die jeweiligen Regierungen die Plätze tauschen würden?

Von der Baselbieter Regierung kann auch die Stadt profitieren

Das Quintett aus dem Nachbarskanton würde frische Landluft in das staubig gewordene Rathaus bringen.

In den vergangenen Jahren haben die Städter einen wahren Räppliregen aus Hohn und Spott über die Baselbieter Regierung ausgegossen. Immer von der sicheren Warte einer finanzstarken Hochburg. Dabei wäre ein Austausch der Exekutive gerade aus Städter-Sicht überaus sinnvoll.

Der grüne Sicherheitsdirektor Isaac Reber würde sicher dabei helfen, das Cannabis-Projekt voranzutreiben. Alleine schon sein Vorname erinnert an einen berühmten Sohn dieser Stadt, während jener des städtischen Sicherheitsdirektors an einen Baselbieter Schmusebarden mahnt.

Baudirektorin Sabine Pegoraro könnte der ewigwährenden Parkplatz-Debatte neuen Schub verleihen – die Situation wirkt reichlich festgefahren. Oder wie wäre es mit einer velofreien Innenstadt? Monica Gschwind wiederum würde die Uni in deren Innerstem kennen lernen. Vielleicht bilden sich dann doch noch zarte Bande zu dieser über fünfhundertjährigen Bildungsinstitution, in der man sich übrigens nur sehr selten die Hände schüttelt, sondern – ähnlich einem Stammtisch im Waldenburgertal – viel eher auf den Tisch klopft. Thomas Weber als Gesundheitsdirektor – nun hier sind unsere Gefühle nicht so stark. Dieses Departement ist halt einfach zur Unsichtbarkeit verdammt. Allerdings dürften mit ihm rund 15 Prozent der Wahlbevölkerung frohlocken, da die zweitgrösste Partei Einsitz in die Regierung erhalten würde. Und stellen Sie sich dieses Bild vor, wenn in der Dalbe bald seine Schafe weiden – dem Daig bliebe vor Schreck das Canapé im Hals stecken.

Bleibt noch Schatzmeister Toni Lauber. Offen gestanden: Es fällt uns nicht ganz einfach, Eva Herzog einfach so ziehen zu lassen. Eines kann man ihm aber sicher nicht absprechen: einen gewissen Unterhaltungsfaktor. Mit ihm würde jener Humor kompensiert, der bei einem Auszug von Hans-Peter Wessels aus dem Rathaus der Stadt abhandenkäme. Das würde ihn gar zum obersten Repräsentanten befähigen.

Ja, vielleicht ist es ganz reizvoll, die linke Stadt für eine gewisse Zeit in Obhut bürgerlicher Landschäftler zu geben. Und das Beste daran: Wir könnten uns (auch) diesen Deal leisten.

Eure Eva nehmen wir mit Handkuss!

Die Basler Magistraten könnten Baselland im Sturm erobern und dem Landkanton zu ungeahnten Höhenflügen verhelfen.

Ein Regierungstausch? Da müssen wir Baselbieter nicht lange überlegen, schliesslich bekämen wir sieben für den Preis von fünf!

Während Ihr Eure frischgebackene Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann schon nach 100 Tagen als Fehlbesetzung abstempelt, wären wir noch so froh, jemand könnte denen, die wirklich arbeiten, all die nervigen repräsentativen Auftritte abnehmen. Keiner müsste daneben noch eine gewichtige Direktion führen, wie es unser Gesundheitsdirektor Thomas Weber derzeit tut. Kommt hinzu, dass Ackermann fast 30 Jahre lang im Baselbiet als Musiklehrerin tätig war und weiss, wie man die sanften Saiten der Diplomatie aufzieht. Einen Grundkurs in Rhetorik an der Migros-Klubschule bräuchte sie allerdings schon.

Apropos Weber: Gerade hier wäre der Tausch äusserst vorteilhaft, nicht unbedingt wegen Weber, sondern weil Christoph Brutschin und Lukas Engelberger sich der lahmenden Wirtschaftsoffensive und der Spitalplanung getrennt annehmen könnten, die der
Buusner Schafhirte bisher alleine stemmen musste.
Leicht macht Ihr es uns auch bei der Bildungsdirektion: der smarte Daig-Jurist Conradin Cramer für unsere hölzerne Hölsteinerin Monica Gschwind. So käme etwas Fahrt ins Baselbieter Bildungswesen. Und die Städter dürfen sich über einen Marschhalt an der Uni freuen.

Auch wenn Hans-Peter Wessels täglich drei Stunden mit dem Velo zum Liestaler Regierungsgebäude benötigen würde, tauschen wir ihn gerne gegen Sabine Pegoraro. «Peggy Pumpgun» hat schon länger nur noch die Durchschlagskraft einer Wasserpistole. Vielleicht könnte Hampe Wessels die H 2 per Notdekret in eine Velo-Route umfunktionieren, um den 100-Millionen-Abschreiber zu umgehen und Bundessubventionen einzustreichen.

Eva Herzog für Toni Lauber? Was für eine Frage! Als gebürtige Baselbieterin könnte die Rote Zora mit der Akribie eines Landeis auch unsere Finanzen wieder ins Lot bringen. Mit diesen sechs Basler Magistraten gäbe es für Baselland ruckzuck nur noch eine Richtung: vorwärts, vorwärts.

Ach ja, Baschi Dürr könnt Ihr behalten.

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