Basel
Wer hier sitzen will, muss 12'000 Franken zahlen – pro Jahr

Der Club am Rheinsprung gewährt Einblicke in seine exklusiven Räumlichkeiten. Eine Mitgliedschaft im exklusiven Kreis kostet normalerweise 12000 Franken – pro Jahr.

Céline Feller
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Der exklusive Eingang am Rheinsprung in den Club de Bâle.
23 Bilder
Auf dem Boden im Eingangsbereich befindet sich eine Karte von Basel aus dem Jahr 1914, dem Geburtsjahr des Spillmann-Hauses. Dieses wurde speziell mit Bronze hervorgehoben.
Der ganze Boden des Eingangs zeigt Basel anno 1914.
Im Eingangsbereich sind auch diverse Erbstücke der Familie Spillmann zu sehen. Unter anderem die alte Hausbibel, welche der Grossmutter von Daniela Spillmann gehört hatte.
Ein Kunstwerk, das Fredi Spillmann, den Onkel von Daniela Spillmann, zeigen soll.
Der Präsident des Club de Bâle Matthias Müller und die Vizepräsidentin Daniela Spillmann präsentieren stolz das Resultat des 3-Millionen-Umbaus.
Für diesen Ausblick zahlen gewisse Leute 12'000 Franken jährlich.
Esssaal auf dem mittleren Stock.
Essen mit Blick auf die Mittlere Brücke.
Club de Bâle
Der Erker im mittleren Stock wäre heute bautechnisch nicht mehr zulässig.
Idyllische Terrasse mit Blick auf die Mittlere Brücke.
Die Sonne geniessen und den Ausblick auf den Rhein und den Roche-Turm bewundern.
Der Essbereich der Terrasse.
Chefkoch Jean-Claude Wicky schwang bereits im Les Trois Rois und im Restaurant Stucki den Kochlöffel.
Im untersten Stock: Im Lounge-Bereich ist man dem Wasser sehr nahe. Früher waren diese Räume für die Gäste nicht zugänglich, sondern wurden als Lager genutzt.
Die Möbel im neu renovierten Club de Bâle stammen mehrheitlich aus München.
Sitzungsraum, einer von insgesamt drei.
Daniela Spillmann, Stephan Häberle und Matthias Müller zeigen den Medien ihre Räumlichkeiten.
Der Manager des Club de Bâle Stephan Häberle vor der umfangreichen Bar.
Die ehemalige Wendeltreppe, die sich mitten im Raum befunden hatte, wurde entfernt. Diese neue Treppe befindet sich am Rand der Räume.
Den Blick, den man beim Treppen runterlaufen erhaschen kann.
Das Männer-WC: Durch das kleine Fenster kann aus dem WC raus schauen. Matthias Müller: «Solche Details zeigen, dass unser Club den Gästen Spass machen soll.»

Der exklusive Eingang am Rheinsprung in den Club de Bâle.

Nicole Nars-Zimmer

Sie wollten schon immer einmal durch, oder besser über das Basel aus dem Jahr 1914 flanieren? Dann sind Sie am Rheinsprung 5 genau richtig. Hier, im neuen Club de Bâle (CdB), besteht der Bodenbelag nämlich aus einer aus dem Grundbuch kopierten hundert Jahre alten Karte von Basel. Dieser Spaziergang kostet allerdings etwas – und zwar 12'000 Franken im Jahr. So viel beträgt der Jahresbeitrag im Club de Bâle, der am 31. Juli erstmals für seine rund 130 Mitglieder die Türen öffnete. Natürlich kann man im CdB nicht nur eine alte Karte bestaunen. Der stolze Mitgliederbeitrag dient der Begleichung der Gastronomie-Leistungen, die vom Chef de Cuisine, Jean-Claude Wicky, bekannt aus seiner Zeit im «Les Trois Rois», gezaubert werden.

Zurück im Familien-Besitz

Ausserdem berechtigt die Mitgliedschaft zur Benutzung der auf drei Stockwerken verteilten Räumlichkeiten. Bei deren Einrichtung wurde nicht gespart. Die Materialisierung von Eiche, Bronze und Kunstlederbelägen an Wänden und Decken, die an Rochenhaut erinnern, zieht sich durch. «Der Innenausbau kostete 1,4 Millionen Franken», erzählt Christian Lang, der die Umbauarbeiten am Spillmann-Haus leitete. Komplettiert wird die Innenausstattung von Möbeln aus München, die Lang und Daniela Spillmann, Vizepräsidentin des Clubs, persönlich ausgesucht haben. Mit den Kosten für Gebäudesanierung und Unterhalt bewegt sich die Gesamtsumme bei rund drei Millionen Franken. «Damit sind wir im Budget geblieben», sagt Lang. Die Idee dafür sei seit fünf Jahren gereift und die Umsetzung hat nach der Schliessung des Restaurant Spillmann im Herbst 2013 begonnen.

Wo seit Mittwoch offiziell die Banker, Anwälte, Ärzte, Kleinunternehmer oder Basler Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Sport und Wirtschaft ein- und ausgehen können, ist schon viel passiert. Früher noch Backstube, Café und Confiserie, wechselte in den letzten Jahren oft der Besitzer und damit auch die Funktion. Deshalb ist Spillmann froh, dass das Haus heute wieder in Familien-Besitz ist: «Ich bin in diesem Haus gross geworden. Es war stets ein Haus der Begegnungen.» Viele Basler Paare wurden von ihrer Grossmutter bei einem Kaffee verkuppelt, erzählt sie eine Anekdote aus früheren Zeiten. Dass der Mutter von VfL-Wolfsburg-Profi Timm Klose viel an der Familie liegt, wird deutlich, wenn sie Geschichten über das Haus, in dem sie gross geworden ist, oder über ihren Vater erzählt, der ihr «bester Freund war».

Neue Eichentreppe

Doch nicht nur ihre Erzählungen bringen dies zum Ausdruck. Neben künstlerischen Porträts ihres Onkels Freddy Spillmann, von ihm gezeichneten Märchenfiguren an der Wand oder der Hausbibel von Daniela Spillmanns Grossmutter dekorieren viele weitere, im ganzen Club verteilte Erbstücke der Familie Spillmann den Bar-, Ess- und Loungebereich. Neben den von früher erhaltenen Elementen hat sich etwas jedoch markant verändert: Die Wendeltreppe, die früher in der Mitte des Raumes in das obere Geschoss führte, ist verschwunden. Stattdessen verbindet eine komplett neue Eichentreppe am Rand der Räume alle Etagen.

Ziel der Verantwortlichen des ersten Basler Members-Only-Clubs ist es, «mitten in der Stadt eine Oase zu schaffen», wie Club-Präsident Matthias Müller erzählt. Egal, ob einem die Räumlichkeiten gefallen, spätestens beim Betreten der bekannten Terrasse wird die Begeisterung geweckt. Der Panorama-Ausblick auf das Kleinbasel ist wunderschön. Das hat sich seit 1914 nicht geändert.

Schnitzelbängg und Ladäärnevärs zum Club de Bâle

Rhy-Haafe Waggis:

Und im Nääbezimmer dien die Ryyche

Denn ihri beschte Stigg verglyyche.

«Wäär hett dr Diggschd?» – S liggt uff dr Hand:

Me reedet doo vom Kontostand!

Rätz-Clique, Alti Garde:

Wenn d Spillmaa und dä Müller finde,

e Club de Bâle, das miess es gää,

denn selle si dä Schubbe grinde,

doch sicher nit dä Namme nää!

S isch doch e Frächhait, nai fataal,

am liebschte wurd ne Aini glääbe –

denn Mitgliid vom e Club de Bâle

sinn mir, die, wo fir Basel lääbe!

Basler Rolli:

Firs Wohl vo dinne und digge Ränze

wird dr Wicky denn am Kochtopf glänze.

Fir ihn lauft d Umstellig zimmlig glatt:

vom Altershaim zwor zrugg in d Stadt.

Aber s Durchschnittsalter und d Menüwahl

unterscheide sich nit gross im neye Lokal.

Junte Alti Stainlemer alti Garde:

Mer hän dr Club de Blöff drum grindet

Wo d Creme de Bâle sich ändlig findet

Nobel, diskreet und distingiert

Ooni s gmain Volgg, dasch garantiert

E hip Lokal wo’d zem Blagiere

Erlääse drei Stärn kasch diniere.

Fynettli:

Dert träffe mr jetzt an jeedem Fryttyg

Lyt – die kennsch sunscht nur uss dr Zyttyg

und reede driber, wie s sich kennt loohne,

d Millioone no wytters z kloone...