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Werbefachmann: «Für Basel Tourimus beginnt die Arbeit jetzt»

David Schärer ist Mitgründer der Kommunikationsagentur Rod. zvg

David Schärer ist Mitgründer der Kommunikationsagentur Rod. zvg

Werbefachmann David Schärer sagt, dass Basel Tourismus mit dem Video-Hit noch nichts gewonnen hat.

Herr Schärer, Basel Tourismus hat mit dem Video «Pokémon – the Revenge» einen weltweiten viralen Hit gelandet. Können Sie erklären, warum?

David Schärer: Die Verantwortlichen haben schnell auf einen beispiellosen Hype reagiert und diesen nicht nur ausgenutzt, sondern geschickt mit einer eigenen Botschaft verknüpft. Kreativität ist immer die Kombination zweier Dinge – manchmal gelingt dies gut, manchmal nicht. Der verantwortlichen Agentur ist dies mit dem Pokémon-Video zweifellos gelungen. Und sie haben es verstanden, die Werbebotschaft so zu platzieren, dass sie fürs Publikum noch erträglich ist.

Dieser Pokémon-Clip aus Basel schlägt ein wie ein Pikachu-Donnerblitz.

Dieser Pokémon-Clip aus Basel schlägt ein wie ein Pikachu-Donnerblitz.

Hätte jede Stadt oder gar jedes Unternehmen diesen Hit landen können?

Jede Stadt bestimmt, denn die Botschaft «wir sind eine spannende, facettenreiche Tourismusdestination» lässt sich natürlich hervorragend mit dieser Art Video vermitteln. Die Idee ist ja eigentlich simpel: Das Spiel wird umgedreht, die gejagten Pokémon werden zu Jägern, und in der reellen Umgebung wird die Werbebotschaft vermittelt. Die einfachen Ideen, die leichtfüssig daherkommen, sind immer die, die besonders viel Denkarbeit erfordern.

Der Erfolg mit den vielen Klicks ist messbar – aber inwiefern kann Basel als Tourismus-Destination tatsächlich von diesem Video-Hit profitieren?

Wenn man annimmt, dass mehr Hotelbuchungen ein realer Erfolg für die Kampagnen sind, dann hilft dieses Video mit seiner enormen Reichweite sehr. Denn die wichtigste Voraussetzung für Touristen-Besuche ist Bekanntheit. Aber es werden nicht bereits nächste Woche mehr Touristen kommen. Und es gilt zu bedenken, dass die eigentliche Arbeit erst beginnt: Nun müssen die Tourismus-Verantwortlichen den entstandenen Hype geschickt ausnutzen. Also gute Medienarbeit machen, um den Namen Basel weltweit einzuhämmern und sich mit dem Angebot medial zu profilieren. Im Fussball-Jargon würde ich sagen: Der alles öffnende Pass vors leere Tor ist gespielt, jetzt muss man nur noch treffen.

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