Werner Hofmann ist ein Mann mit Erfahrung mit Druckerei-Brachen. In Wabern, vor den Toren Berns, übernahm er vom Zürcher Medienkonzern Tamedia das Areal des ehemaligen Benteli-Drucks. 15 000 Quadratmeter Gewerbefläche standen leer. Hofmann gab dem Areal den neuen Namen Businesspark Grünach, investierte zwanzig Millionen Franken und baute eine neue Einstellhalle. Als letzten Mieter gewann er den Grossverteiler Aldi. Ende 2012 verkaufte Hofmann das Areal wieder – er brauchte das Geld für neue Projekte.

Ein solches Projekt liegt an der Hochbergerstrasse, noch für einige Wochen der Standort für Druckerei und Verlag der «Basler Zeitung». Das Medienunternehmen hat das Areal zusammen mit den Redaktionsräumlichkeiten am Aeschenplatz für 65 Millionen Franken Christoph Blocher, dem eigentlichen Eigentümer der Zeitung, verkauft. Dieser gründete dazu eigens die Robestate AG. In dieser Firma fungiert Hofmann neuerdings als Geschäftsführer. Aus dem Umstand, dass Blocher gleichzeitig seine Einzelunterschriftsberechtigung abgegeben hat, kann vermutet werden, dass sich Hofmann selbst auch finanziell beteiligt hat.

Zu seinen Basler Plänen will Hofmann noch nichts verraten. Es seien viele Ideen vorhanden, «fragen Sie nach Ostern wieder», sagt er gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Er bestätigt jedoch, dass er von den Berner Erfahrungen profitieren wolle und prophezeit: «Ende Jahr sind die Räumlichkeiten ausgemietet.»

Mit Blocher befreundet

Hofmann ist ein bunter Vogel in der Immobilienbranche. Er ist SVP-Mitglied und mit Blocher befreundet. Er liebt markige Worte – und ist doch nicht auf den politischen Hardliner zu reduzieren: In Zürich engagiert er sich als Mieter des ehemaligen Luxushotels Atlantis dafür, dass der Gebäudekomplex bis zum Vorliegen einer definitiven Baubewilligung als Studentenwohnheim genutzt werden kann.

Hofmann wurde dennoch zum Feindbild der Zürcher Linksautonomen, als er Pläne für das besetzte Binz-Areal konzipierte. Was das Bild stört: Die alternative Basler Pensionskasse Abendrot, die Baurechtsnehmerin des Binz-Areals, hatte Hofmann ins Boot geholt. Die Stiftung Abendrot hat sich etwa als Entwicklerin des Gundeldinger Felds einen sozialen Namen gemacht.

Nun ist Hofmann in Basel an der Arbeit. Eine Neunutzung hat er dabei nicht nur für das Industrie- und Gewerbeareal an der Hochbergerstrasse zu entwickeln, sondern auch für die Redaktionsräumlichkeiten am Aeschenplatz. Mehrere Quellen erzählen, die Basler Zeitung suche für Redaktion und Verlag einen neuen Standort. Gemäss «Onlinereports» könnte dieser im Peter-Merian-Haus beim Bahnhof liegen. Auch zum Aeschenplatz hat Hofmann einen Bezug: Bis vor drei Jahren war er Mitglied einer Immobilien-Gesellschaft der Pax-Versicherung mit Sitz am Aeschenplatz.