S-Bahn-Ausbau
Wessels: «Baselbiet und Basel profitieren gleichermassen»

Der Basler Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels äussert sich zum S-Bahn-Ausbau. Der Hauptnutzen seien die Durchmesserlinien. Und von einem Nein aus Deutschland will er sich nicht abschrecken lassen.

Peter Schenk
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Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP)

Basler Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP)

Nicole Nars-Zimmer

Wird das Herzstück nicht dazu führen, dass mehr Leute von Basel aufs Land ziehen?

Hans-Peter Wessels: Die Nutzerstudie zeigt, dass Land und Stadt gleichermassen vom Herzstück profitieren. Wenn es den Firmen in Basel gut geht, ist das auch im Interesse der Basler Bevölkerung. Und wer ausserhalb der Stadt schafft oder seine Freizeit dort verbringen will, profitiert von der S-Bahn.

Einkaufstouristen können noch leichter im Ausland einkaufen.

Das ist eine sehr enge Betrachtung. Ausserdem sorgt die S-Bahn auch dafür, dass die Leute aus dem Umland besser in die Innerstadt kommen. Nur wenn man bereit ist, einen Beitrag für die Verbesserung der Verbindungen in der ganzen Region zu leisten, können alle davon profitieren. Wenn jeder nur für sich schaut, blockiert man sich gegenseitig und die Agglomeration kommt nicht voran. Die Region Basel ist nun mal politisch fragmentiert. Umso mehr müssen wir dafür sorgen, dass wir über die Grenzen zusammenwachsen.

Kritisiert wird auch die 40 Meter tiefe Station unter dem Marktplatz.

Selbst ohne Haltestellen müsste man das Herzstück bauen. Der Hauptnutzen sind die Durchmesserlinien. Dass es unterwegs ein oder zwei Haltestellen gibt, ist ein angenehmer Nebeneffekt. In London oder Paris benutzen wir ganz selbstverständlich die U-Bahn. Die Stationen dort sind zum Teil so tief wie die beim Herzstück geplanten und das ist kein Problem.

Vom Herzstück profitiert auch Südbaden, aber eine Finanzierung dürfte von dort kaum kommen, siehe Flughafen-Bahnanschluss.

Bei Projekten mit einem Spatenstich in zehn Jahren darf man sich nicht von der aktuellen Wirtschaftslage abschrecken lassen. Gerade dann sollte man investieren. Die Studie hat gezeigt, dass der Nutzen viel höher ist als die Investition. Auch glaube ich nicht, dass die Frage des Bahnanschlusses, bei der Baden-Württemberg noch nicht ganz Nein gesagt hat, der Massstab sein sollte, um quasi den Kopf in den Sand stecken.