Fortbildung
Wessels Dänemark-Reisli steht im Mai an

Die Verkehrsplaner des Kantons lassen sich in Kopenhagen inspirieren. Anfang Mai gehts zur Fortbildung drei Tage in den Norden.

Jonas Hoskyn
Drucken
Teilen
Christianshavn in Kopenhagen hat sich vom Hafenviertel zum Trendquartier entwickelt.

Christianshavn in Kopenhagen hat sich vom Hafenviertel zum Trendquartier entwickelt.

Fotolia

Die erweiterte Geschäftsleitung des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD) reist Anfang Mai für drei Tage zur Weiterbildung nach Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt gilt als Vorzeigemodell für eine fussgänger- und velofreundliche Grossstadt. Doch das ist nur einer der Gründe für den Abstecher nach Dänemark von Regierungsrat Hans-Peter Wessels und 15 seiner Kadermitarbeiter.

Auf dem Programm steht zuerst ein Vortrag über das Bahnprojekt Cityringen, die geplante Erweiterung der Kopenhagener Metro. Mit dem Projekt, das sich zurzeit im Bau befindet, erweitert sich das Metro-System der Stadt um zwei Drittel. Der Vergleich zum geplanten Milliarden Projekt Herzstück – eine unterirdische S-Bahn, welche die beiden Basler Bahnhöfe verbindet – liegt auf der Hand.

Der zweite Tag steht unter dem Motto Stadtentwicklung. Besichtigt werden die ehemaligen Hafenviertel Christanshavn und Fryhavn. Die Quartiere haben sich in den letzten Jahrzehnten komplett verwandelt. Ein Rundgang durch die Viertel ist mittlerweile ein fixer Bestandteil jeder Stadtbesichtigung. Derzeit entstehen rund um das Hafengebiet in Kopenhagen etliche neue Quartiere. Hier erhofft sich die Basler Delegation Erkenntnisse für das Quartier Klybeckplus und das Hafenareal.

Budget: 12 000 Franken

Am Freitag schliesslich setzen sich die Beamten aufs Zweirad. Auf einer Route durch ausgewählte Strassenzüge sollen verschiedene verkehrsberuhigende Massnahmen genauer angeschaut werden. Wenn es gut läuft, haben die Teilnehmer dann vor dem Abflug erstmals in den zweieinhalb Tagen noch eine Stunde Zeit zur freien Verfügung.

Das Bau- und Verkehrsdepartement unternimmt jedes Jahr einen mehrtägigen Ausflug in eine Stadt mit ähnlichen Gegebenheiten und Herausforderungen wie Basel, um aktuelle Themen unter einem neuen Blickwinkel zu betrachten und neue Ansätze und Ideen zu gewinnen. «Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sowie die Besichtigungen und Diskussionen vor Ort sind für die Entwicklung unserer eigenen Projekte sehr wertvoll», sagt Sprecher Marc Keller. Das gelte auch umgekehrt: «Wir empfangen jedes Jahr mehrfach Delegationen aus anderen Städten im In- und Ausland, die an solchen Erfahrungsaustauschen ebenso interessiert sind.»

Meistens bewegen sich die Beamten bei den Seminaren in einem überschaubaren Radius: In den letzten Jahren war das BVD in Zürich, Genf, Bern, Freiburg im Breisgau und Winterthur. Für Schlagzeilen sorgte vor drei Jahren das sogenannte «Schwedenreisli» nach Stockholm. Die «Basler Zeitung» hatte im Vorfeld behauptet, dass die Partnerinnen und Partner der Chefbeamten diese auf Staatskosten in die schwedische Hauptstadt begleiten dürfen.

Beweise für ihre These blieb die «BaZ» allerdings schuldig. Stattdessen entpuppte sich eine vermeintliche Teilnehmerliste als Gästeliste des departementinternen Weihnachtsessens. Der Presserat hielt später fest, die «BaZ» habe beim Schwedenreisli «gegen elementare journalistische Sorgfaltspflichten verstossen».

«Für die Studienreisen wird jedes Jahr gleich viel budgetiert, alles in allem jeweils CHF 12 000 Franken», sagt BVD-Sprecher Marc Keller. Grundsätzlich seien Reisen ins Ausland nicht teurer als in die Schweiz. «Wir fliegen mit Easyjet, lange im Voraus gebucht.»

Punkto Themen ähneln sich die Exkursionen nach Stockholm und Kopenhagen. Bereits in Schweden waren das dortige Bahnoprojeklte «Citybanan» und die Stadtteilentwicklung «Hammarby Sjörstad» Schwerpunkte des Fortbildungsseminars.

Daneben seien aber noch andere, nicht speziell vorgesehene Themen diskutiert worden, etwa die Denkmalpflege oder die Nutzung des öffentlichen Raums und die Handhabung von Bewilligung von Veranstaltungen, sagt Keller.