Villa Rosenau
Wessels: «Es hat eine gewisse Ironie, dass die Besetzer die Villa zerstörten»

Als die Bagger am Freitag die Villa Rosenau abrissen, war auch Baudirektor Hans-Peter Wessels zugegen. Er zeigte sich erleichtert, dass das Areal nicht polizeilich geräumt werden musste – er spricht aber auch von einem Verlust für die Stadt Basel.

Stefan Schuppli
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Frühmorgens fuhren die Bagger auf.
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Das Gelände wurde aus Sicherheitsgründen abgesperrt.
Die Villa Rosenau wird abgerissen
Der Abriss begann um 8.30 Uhr.
Die Arbeiten auf dem Areal werden bis am Samstagabend dauern.
Was mit dem Areal in Zukunft geschieht, ist noch offen.

Frühmorgens fuhren die Bagger auf.

Kenneth Nars

Herr Wessels, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als der Abriss der Villa Rosenau begann?

Hans-Peter Wessels: In erster Linie war ich froh, dass bei diesem Brand am Sonntag nichts Schlimmeres passiert ist und das niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist.

Baudirektor Hans-Peter Wessels

Baudirektor Hans-Peter Wessels

bz

Sind Sie nicht auch etwas erleichtert, dass Ihnen ein Problem gelöst wurde, ohne eingreifen zu müssen?

Es ist klar, dass diese Besetzung nicht noch ewig hätte andauern können. Natürlich bin ich froh, dass wir das Haus nicht polizeilich räumen lassen mussten und um diese Konfrontation herum kamen. Es hat eine gewisse Ironie, dass die Besetzer die Villa Rosenau selber und durch eigenes Verschulden zerstört haben. Aber von meiner Stimmungslage her kann ich jetzt nicht behaupten, dass ich besonders glücklich wäre. Mit der Villa Rosenau hat die Stadt einen Ort verloren, wo Konzerte und Partys stattfanden, die bei verschiedenen jungen Leuten beliebt waren..

Wäre der Kanton im Falle eines Unfalles nicht plötzlich in der Pflicht gewesen, weil er das Wohnen dort toleriert hatte?

Nein, das ist nicht so. Wir sind unter anderem aus diesem Grund mit den Bewohnern kein Rechtsverhältnis eingegangen. Es gab keinen Mietvertrag oder Ähnliches, es war eine illegale Besetzung, die der Kanton allerdings duldete. Die Besetzter haben in den letzten Jahren Strom- und Wasserkosten direkt bei der IWB bezahlt. Durch den Brand hat sich aber die Situation geändert, weil das Haus einsturzgefährdet war. Das Haus ist im Besitz des Kantons, und da können wir nicht einfach wegschauen. Wir stehen in der Verantwortung.

Die Besetzer bestreiten, dass das Haus einsturzgefährdet gewesen sei und sind sehr aufgebracht.

Die Gebäudeversicherung kam zum Schluss, dass das Gebäude einsturzgefährdet war. Deren Experten können dies sicherlich besser beurteilen als die Besetzer.