Öffentlicher Verkehr
Wessels’ Lösung: Noch eine Quoten-Frau für die BVB

Am Samstag haben die Verwaltungsräte der BVB den Bericht der Finanzkontrolle erhalten, indem die Vorwürfe gegen Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath untersucht wurden. Die Regierung entscheidet am Dienstag über den BVB-Verwaltungsrat.

Christian Mensch
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BVB-Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath: Bleibt er oder muss er gehen?

BVB-Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath: Bleibt er oder muss er gehen?

Martin Töngi

Am Samstag haben die Verwaltungsräte der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) von Regierungsrat Hans-Peter Wessels (SP) den Bericht der Finanzkontrolle erhalten, in dem die Vorwürfe gegen Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath sowie gegen Direktor Jürg Baumgartner und seinen Vize Franz Brunner untersucht wurden. Gemäss vorliegenden Informationen ist der Bericht hart in der Sache, enthält sich jedoch weitgehend einer Wertung und ist damit offen für eine politische Einschätzung.

Morgen Montag diskutiert der BVB-Verwaltungsrat unter Beisein von Wessels den Bericht, am Dienstag entscheidet die Basler Regierung auf Wessels’ Antrag, welche drei Personen sie ab kommendem Jahr in das Gremium delegiert. Vor allem: Ob Gudenrath weitere vier Jahre an der Spitze des Bus- und Tramunternehmens stehen darf.

Die Verwaltungsratssitzung droht zur Farce zu werden: Von den acht Mitgliedern wissen nur gerade Baselland-Vertreter Hanspeter Ryser und der vom Grossen Rat gewählte Paul Rüst (CVP), dass sie auch 2014 dabei sein werden. Für die Politiker Patrick Hafner (SVP, abgewählt) und Michael Wüthrich (Grüne, verzichtet) sowie für Personalvertreter Mario Weissenberger (VPOD, abgewählt) ist es mit Bestimmtheit die letzte BVB-Sitzung. Eine Hängepartie spielen die Regierungsvertreter Dominik Egli, Paul Blumental und eben: Gudenrath.

Wie das Gremium auf abruf über die Verfehlungen diskutieren soll, ist das Geheimnis von Regierungsrat Wessels. Die Zeichen deuten darauf hin, dass vom kritisierten Trio mindestens eine Person mit Sanktionen zu rechnen hat. Diese muss nicht Gudenrath sein – und doch ist sein Sitz sehr gefährdet: Schliesslich hat die Regierung früher angedeutet, sie wolle die Frauenquote auch bei den BVB realisieren. Zaubert Wessels nun eine Frau aus dem Hut, könnte er sich nicht nur als Frauenförderer profilieren, sondern sich gleichzeitig des Problems Gudenrath elegant entledigen.