Basel
Wessels: «Wir müssen unseren Kurs nicht ändern»

Die bürgerlichen Parteien CVP, FDP und SVP fordern die Regierung nach den Krawallen auf dem Voltaplatz zum Handeln auf. SP-Regierungsrat Hans-Peter Wessels sieht keinen Anlass für eine Kursänderung.

Andreas Maurer, Moritz Kaufmann, Hans-Martin Jermann Und Birgit Günter
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Baudirektor Hans-Peter Wessels

Baudirektor Hans-Peter Wessels

Nicole Nars-Zimmer

Nach der Krawallnacht am Voltaplatz steht die Basler Regierung am Pranger. Für die bürgerlichen Parteien ist klar, dass die rot-grüne Mehrheit mit ihrem bisherigen Kurs die Verantwortung für die Zerstörungen trägt.

Die SVP nimmt dabei speziell die Deeskalationsstrategie ins Visier. «Man hätte den Platz im Mai räumen sollen, und man sollte ihn heute räumen», wettert SVP-Präsident Sebastian Frehner. Sein bürgerlicher Widersacher bei den Ständeratswahlen stimmt ihm zu. «Illegale Besetzungen sollte man von Anfang an verhindern», meint Daniel Stolz (FDP). Auch die CVP macht die «abwartende Haltung» der Basler Regierung für die zertrümmerten Schaufenster verantwortlich.

Regierungsrat «überrascht»

Vollkommen überrascht von der Krawallnacht ist Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP): «Wir hatten nicht die minimalsten Anzeichen, dass derartige Aggressionen vorhanden sind.» Heute berät die Regierung das weitere Vorgehen. Trotz der Forderungen der Bürgerlichen und der aufgebrachten Reaktion von Sicherheitsdirektor Gass am Tag danach ist keine Kurskorrektur zu erwarten. Wessels, der sich bereits mit Gass ausgetauscht hat, meint: «Ich glaube, dass wir uns in der Regierung 100-prozentig einig sind. Wir müssen unseren Kurs nicht ändern.» Dieser sei richtig gewesen. Soziologe Ueli Mäder stimmt teilweise zu: Mehr Polizei und Aufrüstung seien kontraproduktiv.