Elzbieta kauert in der Hocke auf dem Balkon des Stadtcasinos und beobachtet, wie sich die Zuschauer am Morgenstreich immer mehr ineinander verzahnen, wie die Vorfreude aus der Masse spürbar heraufsteigt. «Diese Stimmung, sie erinnert mich an ...», sagt Elzbieta. Der Rest der Antwort geht in der plötzlichen Dunkelheit und dem allerersten Marsch unter. Die «drey scheenschte Dääg», sie sind da!

Elzbieta springt auf, beugt sich über das Geländer. Unter ihr flutet das Lichtermeer der Ladäärne die Gassen, Piccolo und Trommler weben den unverwechselbaren Klangteppich. Elzbieta filmt, fotografiert – und staunt. «Das ist wundervoll! Es zeigt eine ganz neue Dimension eures Landes», sagt die Journalistin aus Polen. Für den öffentlichen Rundfunk berichtet sie in einer Radio- und TV-Reportage über die Fasnacht. Mit ihrem Team ist sie aus Krakau angereist, eine weitere Gruppe kam aus Warschau. Deren Fernseh-Reporter versucht sich gerade in einer Anmoderation über den Morgenstreich in «Bazylea». Seine Kollegin greift ein, zupft an seinem beigen Mantel: Stopp, die Blaggedde!

Neben den polnischen Journalisten berichten auch Reporter aus Chile oder Japan. So auch Hiromi aus Tokio. Für die Wochenendausgabe ihrer japanischen Zeitung bringe sie einen Geheimtipp nach Hause: die «drey scheenschte Dääg». Sie ist zum ersten Mal in der Schweiz. Anders Elzbieta – eine Premiere ist für sie aber der Besuch der Fasnacht. Sie ist überrascht: «Den Piccolospielern und Trommlern macht ihr Spiel hörbar Spass. Was wir hier sehen, ist das Gegenteil der sonst so seriösen Schweiz», sagt sie. Nun fällt ihr auch wieder ein, woran sie das Treiben auf dem Barfi erinnert: an die Prozessionen der «Semana Santa» in Spanien. «An beiden Anlässen herrscht dieser Mix aus heiliger und fröhlicher Stimmung. Nur gibt es in Spanien dazu viel mehr Wein», sagt Elzbieta nach ihrer ersten Stunde am Morgenstreich. Ob sie das in 24 Stunden auch noch denkt?