Basilisk

Wie der Basilisk vom Justizfall zum Symbol wurde

Der Basilisk hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich

Der Basilisk hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich

Der Basilisk ist Schildhalter der Stadt Basel. Doch schon im 15. Jahrhundert zeigte sich, wie verschiedene Quellen berichten, dass man die Sache mit dem furchterregenden Tier nicht ganz so gelassen nahm.

1474 soll gemäss den Chronisten in Basel ein elfjähriger Hahn ein Ei gelegt haben. Nach der Mythologie schlüpft aber aus einem Ei, das ein alter Hahn gelegt hat und das von einer Kröte oder Schlange ausgebrütet wird, ein Basilisk. Und das wollte in Basel offenbar niemand riskieren.

Morgensterns «Galgenlieder»
So musste auf Geheiss der Obrigkeit der Henker den Hahn hinrichten; Ei und Güggel wurden danach verbrannt. Justizurteile gegen Tiere waren damals nicht unüblich, doch später mehrte der Fall nicht nur Basels Ruhm; Christian Morgenstern widmete ihm gar eines seiner «Galgenlieder».

Der Blick auf das Fabeltier hat sich seitdem geändert, und in Basel ist es Brunnen- und Fassadendekor oder in Firmennamen verbreitet. Basiliskenbrunnen gibt es gemäss IWB-Brunnmeister Rudolf Kämpf inzwischen zudem in Zürich (seit 1983), Neuenburg in Baden (1990), Pruntrut JU (1991) oder Hüningen (1993) und Hattstatt (1994) im Elsass.

Exporte in die ganze Welt
Weitere Brunnen gingen nach Jerusalem (1997), Hausen im badischen Wiesental (1999), Anwil BL (2002), Binningen BL (2004), Kunming (2005) und Shanghai (2008) in China sowie Wien (2008) und Moskau (2012). Die meisten waren Geschenke des Kantons Basel-Stadt, einzelne wurden auch von Initianten gekauft. (sda)

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